2:4 – Mannheim bestraft Roosters-Fehler gnadenlos

Iserlohn – Nichts war es mit einer weiteren Überraschung am Seilersee. Gegen die Adler Mannheim unterlagen die Iserlohn Roosters am Abend mit 2:4 und konnten dennoch ihren Playoffrang vorerst verteidigen.

Eigentlich wollten die Roosters von Beginn an Gas geben, doch sie bremsten sich selbst. Nach nicht mal einer Minute waren die Gastgeber mit einem Mann zu viel auf dem Eis und Mannheim zeigte, warum sie ein Spitzenteam in der Deutschen Eishockey Liga sind. In Überzahl ließen sie den Puck schnell und gradlinig laufen, bis David Wolf freigespielt wurde. Sein satter Handgelenkschuss war für Andy Jenike nicht zu halten – die frühe Führung für die Gäste (2.). Die Iserlohner schüttelten sich einmal kräftig und drückten dann aber sofort auf das Gaspedal. Eine Unordnung in der Defensive nutzte Bailey für einen Querpass auf Grenier, der völlig alleine vor Denis Endras auftauchte. Allerdings stand der Stürmer schon zu nah am Mannheimer Kasten und Endras konnte den Puck vor dem einschussbereiten Grenier klären (6.). Nur Sekunden später zappelte der Puck aber dann im Adlertor. In Unterzahl schloss Joel Lowry einen Konter trocken zum 1:1 ab (7.), Raedeke hatte zuvor mustergültig quergelegt. Die Roosters waren wieder im Spiel, hatten aber ihrerseits auch Glück beim Pfostentreffer von Larkin (10.). So blieb es beim leistungsgerechten Unentschieden nach 20 Minuten.

Nach der Pause hatten die Gäste in Überzahl gleich eine gefährliche Chance. Loibl traf zum Glück wieder nur den Pfosten. Mannheim näherte sich jetzt immer mehr dem Iserlohner Gehäuse, aber noch klingelte nur der Pfosten. Plachta aus spitzem Winkel traf ihn an der Außenseite (27.). Im Gegenzug prüfte Aubin bei einem der wenigen Angriffe der Sauerländer in dieser Phase den Mannheimer Goalie. Mannheims Druck nahm jetzt von Minute zu Minute zu und nach Wolfs Direktschuss aus kurzer Distanz trudelte der Puck über die Torlinie zum 1:2 (34.). Diesmal hatten die Iserlohner, nicht wie im ersten Drittel, die passende Antwort – im Gegenteil. Mannheim machte weiter und kam erneut zum Erfolg. Tommi Huhtala schloss ein Zusammenspiel mit Eisenschmid flach durch die Beine von Jenike zum dritten Treffer der Gäste ab (38.). Die Adler spielten bei den wenigen Gelegenheiten, die die Roosters ihnen boten, ganz im Stile eines Top-Teams ihre Qualität aus und ohne ein schwaches Spiel zu bieten lagen die Gastgeber vor dem letzten Drittel dennoch mit 1:3 hinten.

Zu Beginn des letzten Drittels hatten die Roosters dann eine doppelte Überzahl, doch Bailey, Grenier und Joe Whitney brachten den Puck nicht über die Linie – der bärenstarke Endras, das Außennetz oder das fehlende Scheibenglück hatten etwas dagegen – den Sauerländern wollte einfach kein Treffer gelingen. Anders die Mannheimer, die gerade, als sie sich komplettiert hatten, mit dem ersten Angriff ihre Führung ausbauten. Collins‘ Schuss konnte Jenike noch abwehren, doch wie so häufig sprang die Scheibe an diesem Abend direkt einem Mannheimer auf den Schläger. Huhtala hatte keine Mühe, zum 1:4 einzuschieben (53.). Was den Adlern so einfach fiel, war so schwer für die Gastgeber. Auch Steve Whitney brachte die Scheibe aus kurzer Distanz nicht an Endras vorbei (45.). Die größte Möglichkeit hatte aber Brent Aubin, als er aus einem Meter den Puck über die Linie spielen wollte und Endras mit einem Wansinns-Reflex die Scheibe von der Linie wischte (55.) Kurz vor dem Ende gelang den Sauerländern dann aber doch noch ein Treffer. Casey Bailey reagierte vor dem Tor am schnellsten und markierte so den 2:4 Endstand (59.) – er kam (auch bedingt durch eine Menge Strafen und Hektik auf beiden Seiten) zu spät.

 

Roosters: Jenike – Ankert, Reinhart; O’Connor, Raymond; Riefers, Baxmann; Buschmann – S. Whitney, Raedeke, Lowry; Bailey, Grenier, J. Whitney; Proske, Weidner, Lautenschlager; Aubin, Jentzsch, Friedrich

Adler: Endras – Larkin, Lehtivuori; Reul, Akdag; Krupp, Katic; Wirth – Plachta, Smith, Wolf; Krämmer, Desjardins, Leier; Shinnimin, Collins, Eisenschmid; Huhtala, Loibl, Elias

Tore: 0:1 (01:33) Wolf (5-4/Katic, Leier), 1:1 (06:00) Lowry (4-5/ Raedeke, Ankert), 1:2 (33:00) Wolf (Larkin, Smith), 1:3 (37:00) Huhtala (Loibl), 1:4 (42:23) (Collins, Larkin), 2:4 (58:26) Bailey (ET/Reinhart, J. Whitney)

Schiedsrichter: Kohlmüller/Schrader

Strafen:  Roosters 14 + 10 (O’Connor, Bailey) – Adler 16

Quelle & Bildrechte: Iserlohn Roosters