Am Ende fehlen Zentimeter zur absoluten Überraschung

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Nürnberg – Es war ein ganz spezieller Nachmittag: Bei den Nürnberg Ice Tigers unterlag das Team von Trainer Brad Tapper mit 3:4.

Die spannendste Frage wurde bereits vor dem Spiel beantwortet. Insgesamt acht Spieler fehlten den Sauerländern auf dem Spielberichtsbogen. Neben den gesperrten Sena Acolatse und Maxim Rausch, fehlten Hannibal Weitzmann, Hubert Labrie, Erik Buschmann, Nick Schilkey, Brent Raedeke und Casey Bailey Quarantäne- oder krankheitsbedingt. Somit gingen die Gäste mit nur fünf Verteidigern und drei Sturmreihen in die Begegnung gegen die Ice Tigers und standen gleich mächtig unter Druck. Schon nach 61 Sekunden klingelte es zum ersten Mal im Roostersnetz. Patrick Reimer schaltete bei einem Abpralle am schnellsten und schob die Scheibe ins Tor der Gäste zur 1:0-Führung. Nicht mal 20 Sekunden später hatten die Iserlohner Glück, als der trockene Schuss von Sheehy nur die Latte streifte. Bis zum Powerbreak nach gut acht Minuten hatten die Sauerländer lediglich eine Möglichkeit, als Foucault und Adam im Gewühl vor Treutle die Scheibe nicht unter Kontrolle bekamen (4.). Danach kamen die Sauerländer etwas besser ins Spiel, nicht zuletzt, weil die Ice Tigers drei Strafen in Folge kassierten. Ein Tor blieb den Roosters aber verwehrt. Stattdessen mussten sie froh sein, dass sie im ersten Drittel bei einem Schussverhältnis von 5:17 lediglich einen Gegentreffer kassierten.

Der Mittelabschnitt begann vielversprechend. Foucault kam zwischen den Bullykreisen zum Abschluss, aber zielte etwas zu hoch. Auf der anderen Seite setzte sich Jahnke sehenswert durch, aber scheiterte letztendlich an Andy Jenike im Kasten der Roosters (24.). Etwas Pech hatten die Gäste im Anschluss. Zieglers Schlenzer landete lediglich am Außenpfosten (25.). Dann aber nahm der druck der Hausherren wieder zu. Tim Fleischer setzte sich gleich gegen zwei seiner ehemaligen Teamkollegen durch und erhöhte mit einem Schuss in die lange Ecke auf 2:0 (26.). Iserlohn gab aber nicht auf und kam wieder heran. Nach einer schönen Kombination über O’Connor und Foucault staubte Joe Whitney in Überzahl zum 1:2 ab (31.). Doch die Freude bei den rund 50 mitgereisten Roostersfans währte nicht lange. Gregor MacLeod nutzte seinen Freiraum und stellte den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her (31.). In der Folge hatte die Iserlohner Probleme, sich aus der Umklammerung der Nürnberger zu befreien. Nur einmal hatten die Sauerländer den Torschrei auf den Lippen, als Kris Foucault auf die Reise geschickt wurde, aber am Ende freistehend an Niklas Treutle scheiterte (37.).

Die kalte Dusche gab es für die Gäste gleich zu beginn des Schlussdurchgangs. Eine Verkettung unglücklicher Umstände beschreibt wohl am ehesten die Umstände, die Charlie Jahnke seinen ersten Saisontreffer ermöglichten. In der Folge hätten die Ice Tigers sogar die Führung noch weiter ausbauen können. Die Roosters waren mit ihrem Minikader um Schadensbegrenzung bemüht, was auch weitestgehend gelang. Es kam sogar noch besser: In Überzahl erzielten die Iserlohner ihren zweiten Treffer. Erneut war es Joe Whitney der vor Treutle abstaubte (55.). Da MacLeod das leere Tor nicht traf, sondern stattdessen nur an den Pfosten schoss, blieb es weiter spannend. In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse. Brad Tapper nahm zum wiederholten Mal den Torhüter vom Eis – mit Erfolg. Luke Adam kam völlig frei an die Scheibe und schoss diese, unhaltbar für Treutle, zum 4:3 ins Tor (59.). Da Nürnberg noch eine Strafe kassierte, hatte Ziegler in der Schlussminute sogar noch den Ausgleich auf dem Schläger, aber er scheiterte am stark reagierenden Treutle. Nach einem harten Kampf fehlten den Iserlohnern somit am Ende nur Zentimeter, um aus Nürnberg Zählbares mitzunehmen und in Anbetracht der personellen Situation eine faustdicke Überraschung zu schaffen.

 

Ice Tigers: Treutle – Parlett, Bodnarchuk; Mebus, Karrer; Welsh, Bender; Weber – Reimer, Stoa, MacLeod; Sheehy, Brown, Schmölz; Fleischer, Jahnke, Fox; Lohbach, Friedrich, Kislinger

Roosters: Jenike –O’Connor, Ankert; Riefers, Sezemsky; Elten – Alanov, Adam, Foucault; Jentzsch, Ewanyk, Whitney; Ziegler, Cornel, Broda

Tore: 1:0 (01:01) Reimer (MacLeod, Parlett), 2:0 (25:29) Fleischer (Fox, Jahnke), 2:1 (30:03) Whitney (5-4/Foucault, O’Connor), 3:1 (30:55) MacLeod (Reimer, Stoa), 4:1 (41:31) Fleischer, 4:2 (54:25) Whitney (6-4/O’Connor, Cornel), 4:3 (58:25) Adam (Ziegler, Foucault)

Schiedsrichter: Hunnius/Steingross

Strafen:  Ice Tigers 14 – Roosters 8

Zuschauer: 3.380

Quelle & Bildrechte: Iserlohn Roosters

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