Select Your Language
AR TK EN FR PL IT PT RU ES - DE

Amphibienschutzanlage am „Fontänen-Teich“ (Kleiner Seilersee) ist fertig

Share:

Die im Januar begonnenen Arbeiten zum Bau einer Amphibienschutzanlage am nord-westlichen Ufer des „Fontänen-Teichs“ (unterer Seilersee) sind abgeschlossen.

Das großräumige Gebiet des „Fontänen-Teichs“ mit den Böschungsbereichen der Seilersee-, Seeufer- und Seilerwaldstraße, den Waldgebieten, dem Minigolfplatz und der Hotelanlage stellt den Lebensraum einer bedeutenden und nach dem Bundesnaturschutzgesetz schutzwürdigen Amphibienpopulation dar. Da Amphibien sowohl Land- als auch Wasserlebensräume benötigen, kommt es im zeitigen Frühjahr zu den bekannten Wanderungsbewegungen. Die Tiere wandern aus ihren terrestrischen Winterquartieren zu ihren Laichgewässern. Nach der Laichablage erfolgt die Wanderung zurück in die Sommerlebensräume. Im Verlauf des Sommers ist nach der Entwicklung der Jungtiere im Wasser deren Wanderung vom Laichgewässer in die angrenzenden Wald- und Wiesenlebensräume zu beobachten.

Bereits seit 2009 wird an der Seilerwaldstraße jeweils zu Zeiten der Amphibienwanderung im Frühjahr ein mobiler Amphibienschutzzaun durch den Naturschutzbund (NABU) installiert und betreut. Dadurch wird seit Jahren dem Aussterben der Amphibienpopulation durch den Autoverkehr entgegengewirkt. Durch die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit der Expertin Linda Kuhne, liegen umfangreiche Kenntnisse zu der im großräumigen Gebiet des „Fontänen-Teichs“ und des Seilersees vorkommenden Amphibienpopulation vor.

Der Bau einer Amphibienleitanlage stellt einen wichtigen Baustein zum Schutz und zur Entwicklung der Amphibienpopulation in diesem Gebiet dar. Weitergehende Maßnahmen wie zum Beispiel die Reduzierung von Wanderungshindernissen und die Behebung von Fallen wie zum Beispiel Rinnen und Schächte werden im weiteren Verlauf dieser Artenschutzmaßnahme angegangen.

Mit dem rechtsverbindlichen Beschluss des Bebauungsplanes Nr. 400 „Seilersee / Hotel Vier Jahreszeiten“ hatte die Stadt Iserlohn in 2018 die Voraussetzungen zur Entwicklung und Erweiterung des Hotelstandortes geschaffen. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wurde der Eingriff in Natur und Landschaft ermittelt und  gesetzlich geforderte Ausgleichsmaßnahmen wurden festgesetzt. Mit diesen Ausgleichsmaßnahmen sollte der Schutz der langjährig im Umfeld des Hotels nachgewiesenen Amphibienpopulation verbessert werden. Zur Umsetzung dieser Maßnahmen ist der Eingriffsverursacher verpflichtet und wird vertraglich gebunden.

Im Auftrage des Hotels Vier Jahreszeiten ist daher die Amphibienschutzanlage am unteren Seilersee entstanden. In enger Abstimmung mit dem vom Bauherrn beauftragten Planungsbüro, der Fachabteilung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), der Amphibienexpertin Linda Kuhne sowie mehreren Fachabteilungen der Stadt Iserlohn konnte die Planung fachgerecht nach den neuesten technischen Anforderungen erstellt und sowohl durch eine ortsansässige Baufirma als auch eine auf Amphibienschutzanlagen spezialisierte Fachfirma umgesetzt werden.

Die Anlage besteht aus einem Tunnel und einem Leitsystem. Letzteres wurde im Uferbereich aus Beton- sowie im Böschungsbereich aus Stahlelementen erstellt. Der Amphibienschutztunnel verläuft zwischen dem Uferbereich und der linksseitigen Straßenböschung. Dafür wurden der Uferweg und das Straßenprofil gequert. Zwischen den Tunnelelementen befindet sich im Wiesenbereich eine offene Führung, die mit einem Gitter gesichert wird.
Parallel zum Ufer des Sees sowie zur Straßenböschung wurde jeweils auf einer Länge von rund 130 Metern ein Leitsystem eingebaut, das die Amphibien während ihrer Wanderung zu den Eingängen des Tunnels führt.

Um den Anforderungen eines Naherholungsgebietes zu genügen, wird die Leitanlage entlang des Sees begrünt. Hierbei ist auf eine ästhetisch und ökologisch sinnvolle Pflanzenauswahl geachtet worden.

Dank der ehrenamtlichen Arbeit von Linda Kuhne kann zukünftig die Beobachtung der Wirksamkeit der Amphibienschutzanlage und der Stabilisierung und Entwicklung der Amphibienpopulation gewährleistet werden.

Quelle: Stadt Iserlohn

VORHER

Kangaroos leben viele Perspektiven in der Jugendförderung – Iserlohn Kangaroos

WEITER

„Erste Hilfe am Kind“ – Info-Abend im Quartierstreff Heide Hombruch – Anmeldung erforderlich