Aufopfernd kämpfende Roosters scheiden aus den Playoffs aus

Berlin – Aus und vorbei! Trotz aller Kraftanstrengungen und einer erneut respektablen Leistung verloren die Iserlohn Roosters am Abend in Berlin Spiel 3 mit 3:5 und damit auch die Serie. Berlin zieht damit ins Halbfinale ein, die Roosters gehen in die wohlverdiente Sommerpause.

Ohne ihren Kapitän Torsten Ankert, aber dafür mit den wiedergenesenen Steve Whitney und Taro Jentzsch, traten die Sauerländer zu Spiel 3 bei den Eisbären an, um Klubgeschichte zu schreiben. Der Beginn verlief gleich recht vielversprechend. Jentzsch im Zusammenspiel mit Jake Weidner sorgten gleich mal für Gefahr vor dem Tor von Mathias Niederberger (2.). Und der Goalie staunte nicht schlecht, als kurz darauf plötzlich Marko Friedrich alleine auf ihn zusteuerte und eiskalt die Iserlohner Führung markierte (3.). Berlin war nun wach und ebenfalls bemüht, die passende Antwort zu geben. Die größte Chance in dieser Drangphase besaß Fiore, der frei aus vier Metern an Jenike scheiterte (5.). Aber auch die Roosters zeigten Biss und Leidenschaft und hatten im ersten Drittel einen überragenden Marko Friedrich. Im Nachsetzen stocherte der Stürmer den Puck aus spitzem Winkel ins Tor zum 2:0 (9.). Die Hausherren hatten zwar mehr Möglichkeiten, die Gäste aber die hochkarätigeren. Mit etwas Glück hätte Brent Aubin fast auf 3:0 erhöhen können (14.), doch auf der Gegenseite hatten die Sauerländer dann wiederum Glück, dass Hördler an den Schonern von Andy Jenike scheiterte (16.).

Im zweiten Durchgang verloren die Roosters aber schnell ihre Linie. Gleich den ersten Konter nutzten die Gastgeber zum schnellen Anschluss. Matt White schnappte sich den Puck im eigenen Drittel und vollendete eiskalt zum 1:2 (21.). Immer wieder unterliefen den angeknockten Iserlohnern jetzt Scheibenverluste im eigenen Drittel, so dass der Druck der Berliner immer größer wurde. Dadurch wurden auch die Wechsel der Gäste immer länger und es häuften sich die Strafen. Die Eisbären nutzten jetzt auch effektiver ihre Möglichkeiten. Wieder White schaltete am schnellsten, als der Puck von der Bande vor das Tor sprang und er zum 2:2-Ausgleich einnetzte (30.) – auch das Scheibenglück war in dieser Phase mal so gar nicht auf Seiten der Sauerländer. Die Roosters waren jetzt sichtlich verunsichert und dem Druck der Hauptstädter nicht gewachsen. Erst drückte Foucault kurz nach dem Ausgleich die Scheibe aus kurzer Distanz zum 3:2 (32.) über die Linie, ehe erneut der Stürmer bei einem Konter zuschlug und auf 4:2 erhöhte (33.). Die Eisbären hatten das Spiel gedreht, doch kurz vor dem Ende des Mittelabschnitt kamen die Sauerländer zurück. Bailey nutzte sechs Sekunden vor der Sirene die erste Überzahl mit einer schönen Direktabnahme zum 4:3 (40.) – im letzten Drittel war trotz eines maximal unglücklichen Verlaufs des zweiten Drittels noch alles drin.

Den besseren Start in den Schlussabschnitt erwischten auch die Eisbären, doch sowohl White, wie auch Foucault, scheiterten an Jenike. Auf der anderen Seite wurde Joe Whitney auf die Reise geschickt, scheiterte aber mit seinem Handgelenkschuss an Niederberger. Die Vorentscheidung fiel dann kurz darauf. Den Roosters versprang an der gegnerischen blauen Linie die Scheibe, ein weiterer Spieler rutschte aus, so hatte Ryan McKiernan freie Bahn und stellte mit dem 5:3 für die Eisbären die Weichen auf Sieg (52.). Trotz einer doppelten Überzahl kamen die Roosters nicht noch einmal heran, weil Niederberger überragend parierte. Wer weiß, was bei einem erneuten Anschlusstreffer noch passiert wäre, so aber platzte der Traum vom Halbfinale leider nach Spiel 3 in Berlin.

Ein sichtlich angefasster Christian Hommel fand im Interview nach dem Spiel die richtigen Worte: „Hier ist richtig etwas zusammengewachsen und es tut einfach nur weh, dass unsere Fans das nicht live erleben können. Wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben und werden nach der Sommerpause stärker zurückkommen.“

 

Eisbären: Niederberger – Wissmann, Hördler; McKiernan, Desprès; Ramage, Müller; Mik – Reichel, Boychuk, Noebels; Foucault, Zengerle, White; Tuomie, Olver, Fiore; Dietz, Streu, Labrie

Roosters: Jenike – Baxmann, Reinhart; Riefers, Raymond; O’Connor, Buschmann – Bailey, Grenier, Friedrich; Lowry, Raedeke, J. Whitney; Jentzsch, Weidner, S. Whitney; Lautenschlager, Fleischer, Aubin

Tore: 0:1 (02:28) Friedrich (Raymond, Riefers), 0:2 (08:03) Friedrich (Grenier, O’Connor), 1:2 (20:49) White, 2:2 (29:18) White (Zengerle), 3:2 (31:01) Foucault (White, Müller), 4:2 (32:47) Foucault (White, Hördler), 4:3 (39:54) Bailey (5-4/ O’Connor), 5:3 (51:39) McKiernan

Schiedsrichter: Schrader/Schukies

Strafen:  Eisbären 6 +10 (Wissmann) – Roosters 8

Quelle & Bildrechte: Iserlohn Roosters