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Ausstellung im Stadtmuseum zeigt die spannende Geschichte von “Taschenklavier” und “Quetschkommode”

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Das Stadtmuseum Iserlohn (Fritz-Kühn-Platz 1) zeigt bis zum 24. Oktober die Ausstellung “In aller Munde”, die das Harmonikamuseum Trossingen zur Verfügung stellt.

Wer kennt sie nicht von früher, die Mundharmonika? Oder, wenn es am Lagerfeuer etwas ausgefallener klingen durfte, die Maultrommel? Der Titel der Wanderausstellung, die vom 19. August bis 24. Oktober 2021 im Stadtmuseum Iserlohn gezeigt wird, bringt es auf den Punkt: Diese Instrumente waren eine Zeit lang buchstäblich „In aller Munde“.

Mitte der 1920er Jahre exportierten die deutschen Hersteller fünfzig Millionen Mundharmonikas in alle Welt. Dazu kamen Hunderttausende Akkordeons. Noch für das Lebensgefühl der 1950er Jahre waren Harmonikaklänge ganz typisch. Aus Tango, Blues, Musette und zahlreichen anderen Musikstilen sind sie bis heute nicht wegzudenken. Mund- und Ziehharmonika gelten als die populärsten Musikinstrumente des Industriezeitalters. Daneben spiegelt gerade die Mundharmonika den Zeitgeist wie kein anderes Industrieprodukt wider.

Die Wanderausstellung „In aller Munde“ basiert – wie das Deutsche Harmonikamuseum insgesamt – auf der branchengeschichtlich einzigartigen „Sammlung Hohner“. Dokumentiert wird entsprechend natürlich auch die spannende Geschichte vom Aufstieg Matthias Hohners, der mit dem weltweiten Export der „Mundharfen“ Millionen verdiente – und seiner Nachfolger, die das Akkordeon salonfähig machten und die „Matth. Hohner AG“ zum Großbetrieb mit 5 000 Beschäftigten ausbauten.

In vierzehn „Ausstellungsboxen“ wird die Geschichte der Mundharmonika und des Akkordeons inszeniert, so zum Beispiel in der geheimnisvollen blauen „Weltraumbox“, die dem Besucher einen besonderen Sound bietet: Der Original-Funkverkehr von Gemini VI, wo Astronaut Walter Schirra eine an Bord geschmuggelte Mundharmonika spielte, das erste Musikinstrument im Weltall!

Natürlich wird nicht nur Geschichte inszeniert: Die Wanderausstellung präsentiert auch zirka 700 Musikinstrumente aus der einmaligen Sammlung des Deutschen Harmonikamuseums – von Akkordeon-Raritäten bis zur Elfenbein-Mundharmonika aus Wien, von der TexMex-Handharmonika bis zur klassischen Blues-Mundharmonika „Marine Band“. Und natürlich Maultrommeln, die im 18. Jahrhundert auch im auf Messingprodukte spezialisierten Iserlohn hergestellt wurden. Ein attraktives Filmprogramm mit Ausschnitten aus Wochenschauen, Werbe- und Dokumentarfilmen rundet die Ausstellung ab.

Der Eintritt ins Museum ist frei. Es werden kostenpflichtige öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung angeboten (3 Euro – Kinder bis 14 Jahre frei), für die man sich ab sofort anmelden kann (Telefon 02371 / 217-1961 oder E-Mail: museum@iserlohn.de.
Die Termine sind: Mittwoch, 25. August, 15 Uhr, Freitag, 10. September, 15 Uhr, Montag, 27. September, 16 Uhr und Freitag, 22. Oktober, 15 Uhr.
Termine für Gruppenführungen (60 Euro/Gruppe) können mit dem Museumpädagogen Peter Häusser (Telefon 02371 / 217-1963, E-Mail: peter.haeusser@iserlohn.de) vereinbart werden.

Quelle: Stadt Iserlohn

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