Bitter – aber eben auch nur ein Spiel

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Iserlohn – Mund abwischen, nächste Chance am Samstag! Für die Roosters war das zweite Playoff-Viertelfinalmatch ein mehr als gebrachter Abend, der mit 0:6 verloren ging. Von Beginn an fehlte das Glück, hinzu kamen zwei frühe Fehler, der Ausfall von Kapitän Torsten Ankert. So reihte sich Nackenschlag an Nackenschlag. Trotzdem ist es nur eine Niederlage, die die Roosters am Samstag in Spiel 3 in Berlin wieder gut machen können.

Die Ereignisse der ersten zwanzig Minuten lassen sich auf drei zentrale Situationen reduzieren: Trotz eines guten Starts in Match fehlt den Roosters das, was es in einer solchen Partie wirklich braucht: Scheibenglück. Obwohl sie sich mühen, in einer sehr taktisch geprägten Partie, die besseren Chancen hatten, gehen sie nicht in Führung. Auf der anderen Seite haben die Gäste weniger vom Spiel, führen aber nach Drittelende mit 2:0. Beide Treffer fielen über die rechte Seite im Roosters-Drittel, in beiden Situationen hatten die Berliner zu viel Raum, stimmte die Zuordnung nicht. Während Berlins Führung in der 9. Minute, erzielt von Boychuk, der für Foucault in die Paradeformation gerückt war, auch vom Verkehr vor Jenikes Tor begünstigt und abgefälscht wurde, darf Treffer Nummer zwei nicht so fallen. McKiernan, der zum dritten Mal gegen die Roosters einnetzen konnte, nicht so frei zum Schuss kommen (20.), obwohl der erste Aufbau der Berliner eigentlich schon gestoppt worden war. Zu allem Überfluss verloren die Sauerländer nach einem Berliner Check an der Bande Verteidiger und Mannschaftskapitän Torsten Ankert, der vom Eis musste. „Es war eine unglückliche Situation, in der man dem Gegenspieler aber keinen Vorwurf machen kann, dass er den Check zu Ende fährt“, beurteilte der Roosters-Kapitän die Situation nach der Partie nüchtern. Obwohl es, auch in Anbetracht der Gelegenheiten von Bailey, Whitney und Grenier in der Anfangsphase, alles andere als ein schlechtes Drittel war, fehlte der eine aufmunternde Moment, der die Blau-Weißen wieder in die Spur würde bringen können.

Leider blieb er auch im gesamten Mittelabschnitt aus.  Ankert versuchte das Comeback, wurde vom ausgeglittenen Gegner wieder aufs Eis geschickt, blieb anschließend endgültig in der Kabine. Drei, vielleicht vier gute Phasen kreierte das Team von Brad Tapper offensiv, scheiterte aber immer wieder am guten Niederberger im Berliner Tor. Die ausbleibenden Erfolgsmomente raubten Kraft, erst mental dann körperlich. Nur so ist es am Ende zu erklären, dass Berlins Topspieler Marcel Nobels aus der neutralen Zone einen 2:1-Konter kreieren kann, den Reichel zum 3:0 an Jenike vorbei ins Tor bringt (24.) – mental waren die Sauerländer da noch bei einer Szene hinter dem Berliner Tor, als Ramage Grenier äußerst rustikal und ohne jeglichen Scheibenkontakt zu Fall brachte. Die Roosters waren konsterniert, aber sie brachen nicht ein. Das Team hielt dagegen, rackerte, Berlin aber riskierte, die Hauptstädter wissen natürlich um die Kontergefahr, die von den Iserlohnern ausgeht, nicht alles. Nur ein schneller Treffer würde die Roosters wieder ins Match bringen. Das war nach 40 Minuten klar. Chancen gab es in der Schlussphase des Drittels mehr als genug, aber Niederberger war stets auf dem Posten, der Abschluss der Gastgeber an diesem Donnerstagabend letztlich auch nicht zwingend genug.

Die nächste große Möglichkeit offenbarte sich in der 46. Minute. Hördler kassierte eine Strafe wegen Haltens, das anschließende Powerplay aber verstrich ungenutzt. Stattdessen jubelten 28 Sekunden später die Gäste über das 4:0. Nächster Schuss von McKiernan, entweder abgefälscht von Boychuk oder aus der Fanghand Jenikes, der anschließend gegen Schwendener ausgetauscht wird – die erste richtig gefährliche Aktion der Gäste. Erneut keine anderthalb Minuten später checkt Lowry Berlins Mik in der neutralen Zone ´open ice`. Daraus entwickelt sich die erste handfeste Auseinandersetzung des Abend. Lowry kassiert für die Aktion eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen eines Checks gegen Kopf und Nacken, eine Strafe, die auch von der Liga noch mal angeschaut wird und im schlimmsten Fall im nächsten Match zu einer Sperre führen kann. Anschließend überstanden die Waldstädter die daraus resultierende Unterzahl, hatten knapp acht Minuten vor dem Ende selbst noch einmal einen Mann mehr auf dem Eis, verpassten es aber auch in dieser Situation den Anschlusstreffer zu verbuchen. Tapper hatte sogar Goalie Schwendener zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen, aber auch das brachte nichts ein, sollte sich sogar rächen. Sieben Sekunden waren die Berliner komplett, die Roosters in der Eisbärenzone als Deprés zum 5:0 traf (54.) – dass der von der Strafbank aus die Scheibe ungewollt perfekt serviert bekam und mutterseelenallein auf den leeren Kasten zufuhr, war bezeichnend dafür, wer an diesem Abend das entscheidende Quäntchen Glück auf seiner Seite hatte und das dann auch brutal effizient ausnutzte. Streus 6:0 bedeutete dann in der 56. Minute den bitteren Endstand, zu diesem Zeitpunkt war die Partie längst gelaufen.

 

Roosters: Jenike (ab 45:17 Schwendener) – Ankert, Baxmann; O´Connor, Raymond; Riefers, Reinhart; Buschmann – Weidner, Aubin, Lautenschlager; Grenier, Bailey, Whitney; Lowry, Friedrich, Raedeke; Fleischer

 

Eisbären: Niederberger – Wissmann, Hördler; Ramage, Müller; McKiernan, Deprés; Mik – Boychuk, Noebels, Reichel; Zengerle, White; Olver, Tuomie, Fiore; Streu, Dietz, Labrie

 

Schiedsrichter: Hoppe, Rantala

 

Tore: 0:1 (08:10) Boychuk (Reichel, Noebels), 0:2 (19:38) McKiernan (Noebels, Boychuk), 0:3 (23:45) Reichel (Noebels), 0:4 (45:17) Boychuk (McKiernan, Noebels), 0:5 (53:13) Deprés (Hördler/EN), 0:6 (55:47) Streu (Labrie)

 

Strafen: Roosters 10 + 5 + Spieldauer Lowry – Eisbären 16 + 10 McKiernan

Quelle & Bildrechte: Iserlohn Roosters

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