Bürgermeister richtet sich an die Bevölkerung und schreibt offenen Brief an das Schulministerium NRW

In einer Erklärung richtet sich der Bürgermeister Iserlohns, Michael Joithe, an seine Mitbürger und Mitbürgerinnen und sendet einen offenen Brief an die Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Frau Gebauer, mit der Bitte, den Start des Präsenzunterrichts bis nach den Osterferien zu verschieben.

Statement Michael Joithe – Bürgermeister Iserlohn

„Ich bekomme seit Tagen e-Mail, Briefe und Anrufe, dass ich die weitergehende Öffnung der Schulen verhindern soll und ich kann Ihnen versichern, dass ich inhaltlich davon überzeugt bin, dass die Entscheidung des Schulministeriums vor Ostern die Schulen noch weiter zu öffnen, falsch ist.
 
Bitte entschuldigen Sie, dass ich erst jetzt inhaltlich darauf eingehen kann, aber es sind natürlich viele Dinge im Vorfeld zu klären und natürlich findet auch ein intensiver Austausch mit allen 15 Bürgermeister und dem Landrat zu diesen Themen statt.
 
Der Inzidenzwert des Märkischen Kreises liegt nachhaltig bei über 100 (aktuell 139) und in Iserlohn pendelt der Wert seit Tagen um 160. In diesem Kontext ist es für mich, aber auch für viele Elternvertreter in verschiedenen Schulpflegschaften unverständlich, warum zwei Wochen vor den Osterferien noch ein weitergehender Präsenzunterricht vorgesehen ist, bei dem die Schülerinnen und Schüler auf Grund des Wechselmodells gerade einmal fünf (5) Tage Unterricht bekommen würden.
 
Natürlich verstehe ich auch alle Stimmen, die sagen, Schülerinnen und Schüler müssen endlich wieder in die Schule. Aber nur diese fünf Tage sind unter den aktuellen Bedingungen aus meiner Sicht das falsche Signal.
 
Von vielen Eltern bekomme ich außerdem das Feedback, dass der Wechsel- bzw. Hybridunterricht schlechtere Ergebnisse liefert, als die reine mobile Beschulung in den Monaten davor. Auch die dadurch noch schlechter planbaren Betreuungszeiten und Absprachen mit Arbeitgebern sind immer wieder Teil von Beschwerden.
Aus Sicht des Schulträgers würden wir in der aktuellen Lage den gegenwärtigen Status quo gerne bis mindestens nach den Osterferien beibehalten, um die Entwicklung der Inzidenzwerte mindestens weitere vier Wochen zu beobachten.
 
Leider können wir vor Ort, insbesondere als kreisangehörige Kommune, nur bestimmte Dinge regeln. Und leider gehören die Schulen nicht dazu! Es obliegt einzig dem Schulministerium des Landes, da Kommunen als Schulträger keine Weisungsbefugnis gegenüber Schulen bzw. Schulleitern haben. (Schauen Sie mal nach Solingen vor einigen Monaten: https://ogy.de/p9fw )
 
Selbst für den Märkischen Kreis gilt: Alle möglichen Verschärfungen auf Kreisebene sind mit dem Land abzustimmen. Aus diesem Grund habe ich mich mit dem beiliegenden Brief an Ministerin Gebauer gewandt.
 

Es tut mir Leid, Ihnen keine andere Nachricht senden zu können. Bitte passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund. Herzliche Grüße – Michael Joithe“

Quelle: Michael Joithe

Quelle: Bürgermeister Michael Joithe