Fragen und Antworten zu Familie & Freizeit

UNSER-ISERLOHN.de stellt 7 Fragen an die Kandidaten...

Frage 6: Wie würden Sie die Themen Familie und Freizeit angehen, um im Zuge des demografischen Wandels, auch die Familienfreundlichkeit Iserlohns zu stärken und somit den Verbleib bzw. die Ansiedlung von Bürgern zu unterstützen?

Claudio Vurro: Wir müssen die Sauberkeit und Sicherheit unserer Stadt in Angriff nehmen. Dafür werde ich das Ordnungsamt, die Polizei und ortsansässige Sicherheitsfirmen ins Boot holen, um ein Sicherheitskonzept für die Innenstadt und alle Iserlohner Stadtteile herauszuarbeiten.
Die Digitalisierung der Iserlohner Schulen, in Form von Tablets für jeden Schüler oder Homeschooling-Angebote, werden kurzfristig thematisiert und angepackt. Andere Städte sind uns hier bereits weit voraus – wir müssen Tempo aufnehmen, um nicht den Anschluss zu verlieren und auch den jungen Familien ein vernünftiges Bildungsangebot anzubieten.

Das Freizeitangebot für Familien muss deutlich erweitert werden – ob Kletterpark, Lasertag oder eventuell ein Indoorspielplatz – die Möglichkeiten sind vielfältig. In engster Zusammenarbeit mit allen relevanten Stellen, den Kindern und Jugendlichen selbst und unter Ausschöpfung aller möglichen Fördermittel, schaffen wir ein größeres, besseres Freizeitangebot für Familien und unterstützen den Verbleib bzw. die Ansiedlung von Bürgern.

Martin Luckert:  Das Betreuungsangebot in Iserlohn steht im regionalen Vergleich bereits gut da. Nichtsdestoweniger muss auf die Bedarfe durch veränderte Familien-, und Lebens-, und Arbeitsmodellen eingegangen werden. Das betrifft insbesondere den U3-Bereich und die Kindertagespflege. Ich möchte perspektivisch eine vollständige kostenfreie Kita und OGS, deren Öffnungszeiten sich auch flexibel an die Bedürfnisse des jeweiligen Einzugsgebietes anpassen.

Die Einführung des Rechtsanspruches auf einen Ganztagsplatz ab 2025 muss jetzt bereits wohnortnah mit gezielten Raumprogrammen für die Grundschulen vorbereitet werden. Die Fördergelder des Landes will ich hierzu abrufen. Pädagogische Ausbildungsgänge für diesen Bereich wie bspw. am Friederike-Fliedner-Berufskolleg, möchte ich für den qualifizierten Nachwuchs in diesem Bereich auch an den anderen Berufsschulen im Umkreis bewerben, passend zum Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher“.

Das Programm der SPD zur Ratswahl sieht die Einrichtung eines Kita-Notdienst vor. Dieser soll als Bereitschaftsdienst eine Betreuung auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten bis hin zu 24-Stunden-Angeboten in Ausnahmesituationen vorhalten.

Im Programm sind auch „Lieblingsorte“ als lebendige Stadtteilzentren in einer gut funktionierenden Nachbarschaft vorgesehen. Diese sollen diese „Betreuung“ an Wochenenden und zu außerinstitutionellen Öffnungszeiten zusätzlich unterstützen und im Vertrauen zueinander im unmittelbaren Wohnumfeld aufbauen.

Hier können in neuen Wohnprojekten von Jung und Alt, junge Familien die einsame Seniorin am Wochenende mit in den Zoo nehmen, während die Seniorin auf die Kinder aufpasst, während die Eltern abends außer Haus sind.

Michael Joithe: Neben den bereits in den vorhergehenden Antworten dargelegten Dingen, ist es wichtig, dass wir den Menschen zuhören und losgelöst von den eigenen Vorstellungen den Ideen und Vorstellungen der Bürger eine Stimme geben. Fragen wir doch in vielen Fragen besser die Betroffenen, wie sich die Stadt verändern soll. Ansonsten kann ich nur wiederholen, was ich bereits geantwortet habe: Bezahlbarer Wohnraum für alle gesellschaftlichen Gruppen, eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität unserer Stadt, Unternehmen, die Arbeitsplätze anbieten und natürliche eine bürgerfreundliche Verwaltung sind Grundpfeiler, die Bürgerinnen und Bürger nicht nur in unserer Stadt halten, sondern den benötigten Zuzug wahrscheinlicher werden lassen.

Auch wenn es natürlich immer Verbesserungsmöglichkeiten gibt, sind wir in der Frage der Familienfreundlichkeit in Iserlohn durch unsere Schullandschaft, das für viele Familien kostenfreie OGS Angebot, hervorragenden Kindertagesstätten etc., schon auf einem sehr guten Weg.

Manuel Huff: Während früher häufiger der Arbeitsort über den Wohnort entschieden hat, werden heute oft bei der Wohnortwahl die sogenannten weichen Kriterien wichtiger. Das bedeutet gute und günstige Kinderbetreuungsangebote, gut ausgestattete Schulen und tolle Freizeitmöglichkeiten sind wichtige Faktoren, wenn es um das Zuhause geht. Man muss sich doch die Frage stellen, warum selbst Führungskräfte in der Stadtverwaltung lieber in anderen Städten wohnen, als in Iserlohn. 

Moderne und zentrumsnahe Wohnangebote sind heute für viele junge Familien attraktiv, nicht mehr nur das Haus im Grünen. Eine attraktive und belebte Innenstadt mit Cafés und Restaurants, viel Grün und hoher Aufenthaltsqualität muss ein Entwicklungsziel sein, nicht der weitere Ausbau der Dörfer Iserlohns. Für Jugendliche und junge Erwachsene brauchen wir dringend Angebote wie ein Jugendcafé oder Veranstaltungsmöglichkeiten für kleine Konzerte, Poetry Slams und vieles mehr. Viele junge Menschen kehren Iserlohn nach der Schule den Rücken. Und viele Studentinnen und Studenten von UE und Fachhochschule ziehen nicht in unsere Stadt, weil zu wenig los ist. Das werde ich anpacken.

Daniel Bläsing: Um die Familienfreundlichkeit Iserlohns zu stärken, sind viele verschiedenste Punkte wichtig. Hierbei werde ich mich auf die (meiner Meinung nach) wichtigsten konzentrieren, um den Rahmen nicht zu sprengen. Ich sehe unsere Iserlohner Familien, als Keimzelle der Gesellschaft und als den wichtigsten Baustein unserer Kommunalpolitik. Die Einrichtung eines Familienausschusses im Iserlohner Stadtrat, halte ich für mehr als überfällig, um die Kernpunkte der Familienpolitik in einem Ausschuss zu bündeln. Desweiteren würde ich mich dafür einsetzen, eine*n Familienbeauftragte*n zu platzieren. Dann hätten wir eine starke Interessenvertretung der Iserlohner Familien im Stadtrat und können so gezielt, die Familien und die Entstehung neuer Iserlohner Bürger fördern.

Meine vorrangig politischen Ziele:
1. Kostenloser ÖPNV für Schüler und Studenten
2. Kostenfreie Kitas für die Kinderbetreuung ab 3 Jahren
3. Ausbau individueller Fremdbetreuung bezüglich der U3 Betreuung
4. Wohnortnahe Kita Platzvergabe vorrangig an Berufstätige

Robert Gustävel: Um den Verbleib von Jugendlichen in der Stadt zu stärken oder diese nach dem Studium wieder nach Iserlohn zu ziehen sind umfangreiche Verbesserungen erforderlich. Die Kinder und Jugendlichen in Iserlohn müssen auf vieles verzichten, was in anderen Städten völlig normal und teilweise in großer Vielfalt vorhanden ist. Während das Angebot für U16 noch vielfältig in Sport, Kunst und Kultur ist fehlt für die Gruppe zwischen 16 und 18 doch schon so manches. Das beginnt mit einer fehlenden Location als Club oder Diskothek – die Schauburg ist nicht für diese Altersgruppe. Aber es geht weiter mit fehlenden Attraktionen wie einem Hochseilgarten, Kletterparks, Slacklining, LaserTag oder PaintBall. Nichts davon steht tatsächlich in Iserlohn zur Verfügung und die Gruppe 16-18 ist noch nicht so mobil, um diese anderenorts aufzusuchen. Ein Ausbau in diesen Bereichen erhöht auch die Attraktivität bei jungen Erwachsenen. Darüber hinaus können diese Verbesserungen auch ausschlaggebende Kriterien für einen Zuzug junger Familien sein, wenn die Jugendlichen ihr Votum abgeben.

Die Eltern hingegen werden wir eher mit größtmöglicher Flexibilität bei der Kinderbetreuung zu minimalen – am besten gar keinen – Kosten überzeugen. Dazu noch hochmoderne, bestens ausgestattete Schulen, sichere Radwege, ein zuverlässiger und flächendeckender ÖPNV und ein breites Angebot von Hilfen in allen Belangen vom Umzug über die An- und Ummeldung bis hin zur Unterstützung in Problemfällen. Darüber hinaus ist natürlich die Verfügbarkeit von attraktivem und bezahlbarem Wohnraum ein wichtiger Punkt. Weil Iserlohn aber auch keine Schlafstadt für Arbeitnehmer aus umliegenden Städten und Gemeinden werden soll ist es notwendig, dass sich in Iserlohn neue, zukunftsfähige Betriebe ansiedeln.

Kandidatenprofil und Einzel-Interview

Claudio Vurro
Martin Luckert
Michael Joithe
Manuel Huff
Daniel Bläsing
Robert Gustävel