Fragen und Antworten zu Wirtschaft & Arbeit

UNSER-ISERLOHN.de stellt 7 Fragen an die Kandidaten...

Frage 4: Im Zuge des Digitalen Wandels und der Veränderung der Arbeitswelt, verändern sich auch die Arbeitsbedingungen und Aufgaben von Personal und Unternehmen. Welches Potential sehen Sie am Standort Iserlohn bzw. wie kann man aus Ihrer Sicht die Beschäftigten und die Wirtschaft in der Neuorientierung unterstützen, um die Herausforderungen zu bewältigen und somit auch die soziale Sicherung der Beschäftigten zu sichern?

Claudio Vurro: Wir müssen zusammen für die Arbeitswelt neue Wege finden – zeitgemäße Wege – um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu schützen. Der Onlinehandel wird immer stärker und wir müssen auf kommunaler Ebene eruieren, wo wir, als Stadt, unsere Stärken haben. Plattformen wie diese, auf denen Unternehmen der Stadt sich platzieren können und eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls zwischen Händlern und Bürgern, sind beispielsweise wichtige Faktoren, um die Wirtschaft und Neuorientierung unserer Stadt zu unterstützen.

Martin Luckert:  Die Digitalstrategie der Stadt muss alle Lebensbereiche umfassen. Das ist viel mehr als der Behördengang online. Über smarte Systeme werden Verkehrsflüsse intelligenter geleitet. Ampelschaltungen oder die Abfahrtszeiten der Busse lassen sich damit besser steuern. Ich möchte einen effizienteren Plan der Stadtreinigung. Dafür brauchen wir ein Netzwerk an Sensoren, das bei der Planung der alltäglichen Arbeit von Verwaltung, Stadtbetrieben und bei der Umsetzung von Verkehrskonzepten unterstützt und letztlich Ihnen als Einwohnerinnen und Einwohner zugutekommt. Unternehmen, Vereine und Privatpersonen sollen die Gelegenheit bekommen, sich über Schnittstellen zu beteiligen.

Die Stadt und ihre Gesellschaften sollen Ansiedlungen durch das Angebot von Pachtverträgen statt Verkäufen unterstützen. Ich legen bei der Ansiedlung von Unternehmen meinen Schwerpunkt auf Industrien und Gewerbebetriebe aus dem innovativen produzierenden Bereich – dabei auch auf Zukunftstechnologien, die auf eine stärkere Digitalisierung setzen und eine Vielzahl von Arbeitsplätzen nach Iserlohn bringen. Die Flächenausweisung weiterer Gewerbegebiete wird eine Herausforderung für die kommenden Jahre. Ich setze hierbei vor allem auf die Schließung noch bestehender Lücken und Arrondierung der aktuellen Areale. 

Die arbeitsrechtlichen Grundlagen für die Sicherheit der Beschäftigten müssen Bund und Land setzen. Die Stadt ist Trägerin der Daseinsvorsorge der Stadt und hat die Rahmenbedingungen für ein attraktives Arbeits- und Lebensumfeld zu gewährleisten. Dazu gehören Kindertagesstätten und Schulen, die weiterhin baulich und personell gut auszustatten sind. Dabei ist mir der Ausbau der Betreuung von Kindern unter drei Jahren ein zentrales Anliegen. Ein Kita-Notdienst soll als Bereitschaftsdienst eine Betreuung auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten bis hin zu 24-Stunden-Angeboten in Ausnahmesituationen vorhalten. Darauf sollen gerade Beschäftigte zurückgreifen können, deren Arbeitszeiten sehr flexibel gestaltet sind. Dazu gehören gut ausgestattete Schulen.

Michael Joithe: Um einen Slogan eines Mitbewerbers ein wenig allgemeiner zu fassen: Ich möchte, dass Iserlohn die bürgerfreundlichste Stadt wird! Dazu gehört in erster Linie, dass wir eine Verwaltung haben, die sich zu 100% als Dienstleister der Bürgerrinnen und Bürger betrachtet. Aufgabe von Verwaltung und Stadtrat ist in meinen Augen, das Leben der Bürger einfacher zu machen. Und Bürger schließt hier natürlich auch Unternehmen und Selbständig mit ein.

Die Digitalisierung bietet hier für diese Idee wahnsinnig viele Möglichkeiten. Über E-Government können wir Abläufe schneller und damit bürgerfreundlicher machen und gleichzeitig sehr viel automatisieren, um die Verwaltung zu verschlanken ohne MitarbeiterInnen zu überlasten. Eine Mängelmelder-App kann der direkte Draht zum den richtigen Abteilungen im Rathaus bei Meldungen und Beschwerden werden. Eine transparente Darstellung der gemeldeten Probleme inkl. des Bearbeitungsstands hält die BürgerInnen auf dem aktuellen Stand, ohne das vermehrte Nachfragen oder Doppelmeldungen Arbeitszeit binden.

Der Standort Iserlohn ist bereits heute sehr gut aufgestellt, wobei sich die Fehler der Vergangenheit allmählich rächen. Unsere Lage in NRW, die Autobahnanbindung, der teilweise dörflich, ländliche Charakter gepaart mit städtischem Flair wären eigentlich perfekte Voraussetzungen. Großen Nachholbedarf haben wir im Wohnungsbau, gerade im bezahlbaren Bereich und unsere Vorräte an Industrie- und Gewerbeflächen sind aufgebraucht, weil verpasst wurde rechtzeitig mit der Entwicklung neuer Flächen, günstigstenfalls interkommunal, zu beginnen bzw. brachliegende Flächen aktiv zu vermarkten.

Zusätzlich müssen wir beginnen unsere Hausaufgaben in der Stadtplanung zu machen. Wir brauchen ein modernes Innenstadtkonzept vom Bahnhof bis zum Schillerplatz, um die Lebens- und Aufenthaltsqualität unserer Innenstadt den Anforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen. Der Weggang von Karstadt ist ein großes Problem, kann aber in diesem Kontext auch zu einer großen Chance werden. Ich wünsche mir einen City-Manager, der für die Attraktivität der Innenstädte in Iserlohn verantwortlich ist. Es sollte nicht nur ein „Leerstands-Kataster“ geführt werden, sondern auch der Branchenmix unserer Innenstadt im Blick behalten werden.

Durch den Wegfall von Karstadt haben wir z.B. keinen Spielwarenladen mehr in Iserlohn. Ich stelle mir nun vor, dass ein City-Manager durch gezielte Ansprache des Spielwarenhandels z.B. auf Spielwarenmessen etc. das Angebot mit dem Bedarf und den möglichen Ladenlokalen zusammenbringen sollte.

Und dann schließt sich der Kreis, wenn wir es schaffen, eine bürgerfreundliche Stadt mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität zu werden, die bezahlbaren Wohnraum für alle gesellschaftlichen Gruppen und lebendige Innenstädte anbieten kann, werden wir interessant für Unternehmen aller Art, wenn diese hier passgenaue Angebote zur Ansiedlung finden.

Manuel Huff: Das Potenzial in Iserlohn ist groß, schon allein aufgrund der verschiedenen Bildungseinrichtungen. Als Unterstützung ist für den einzelnen Beschäftigten ein solides Umfeld wichtig, die sogenannten Soft-Skills. Wenn die Umgebung stimmt, ist es einfacher sich auf Umwälzungen des Arbeitslebens zu konzentrieren. Konkret heißt das, dass eine Alleinerziehende Mutter oder Vater sich besser den beruflichen Herausforderungen stellen kann, wenn man sich keine Sorgen über die qualifizierte Betreuung der Kinder machen muss. Das ist die Aufgabe der Kommune für solche Verhältnisse zu sorgen.

Um heimische Unternehmen und die passenden Auszubildenden zusammenzubringen ist die entsprechende Stelle im Rathaus neu zu besetzen. Davon profitieren sowohl die Unternehmen, als auch die Azubis und die Stadt Iserlohn.

Daniel Bläsing: Ohne die Frage ausführlich beantworten zu wollen, halte ich die Digitalisierung in relativ kurzer Zeit für absolut notwendig. Diese Themen sind Corona bedingt in den Medien sehr präsent, sodass ich hierauf nicht weiter eingehen möchte, sondern mich lediglich auf die Digitalisierung konzentriere.

Robert Gustävel: Iserlohn als Standort für zukunftsfähige Betriebe hat große Zukunft, wenn Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung endlich das tun, was in den Namen enthalten ist. In der aktuellen Situation sollte zur Stützung der heimischen Wirtschaft, soweit vergaberechtlich möglich, auf local sourcing zurückgegriffen werden.

Kandidatenprofil und Einzel-Interview

Claudio Vurro
Martin Luckert
Michael Joithe
Manuel Huff
Daniel Bläsing
Robert Gustävel