Kandidat Manuel Huff

Bürgermeisterkandidat manuel huff

Name: Manuel Huff
Jahrgang: 1984
Familie: feste Partnerschaft, eine gemeinsame Tochter (4 Jahre)
Wohnort: Iserlohn

Berufliche Tätigkeit: Fraktionsgeschäftsführer
Berufliche Ausbildung: derzeit berufsbegleitendes Studium Politik- und Verwaltungswissenschaften und Soziologie.

Interessen: Fußball, Musik
Ehrenamt: Bürger helfen Bürgern (1. Vorsitzender), iserlohn-denkmal
Partei: DIE LINKE

E-Mail: kontakt@manuel-huff.de
Homepage: www.manuel-huff.de

Manuel Huff (Quelle: manuel-huff.de)

7 Fragen an Manuel Huff

Durch die Corona-Pandemie und der daraus resultierenden fehlenden Steuereinnahmen, befindet sich die Stadt Iserlohn schon jetzt mitten in einer nicht eingeplanten großen Herausforderung. Zusätzlich beschäftigt die Iserlohner Bürger*innen vor allem noch die Aufarbeitung der Abfindungsaffäre, Planungen rund um den Schillerplatz, des Rathauses, der Parkhalle und schlussendlich die Schließung Karstadt‘s inklusive Leerstand der Immobilie. Was sind für Sie die dringendsten Herausforderungen des neuen Bürgermeisters?

Manuel Huff: Die vordringlichste Aufgabe des neuen Bürgermeisters ist die Wiederherstellung des Vertrauens in die Verwaltung. Nur wenn das gelingt, können wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die großen Herausforderungen der nächsten Jahre angehen. Denn nur mit einer funktionierenden Verwaltung können die notwendigen Schritte der Stadtentwicklung (Schillerplatz, Karstadt, Rathaus…) vollzogen werden. Die durch Corona bedingte Verschlechterung der Finanzlage wird dazu führen, dass verstärkt Prioritäten gesetzt werden müssen. Eine Veranstaltungshalle, die nach der vorliegenden Untersuchung jährlich Verluste im Millionenbereich fahren wird, ist nach meinem Verständnis nicht vertretbar. Ziel muss es sein, Iserlohn als Stadt (!) zu begreifen, und zu weiter zu entwickeln. 

Viele Bürger kritisieren in dem Zusammenhang der o.g. Thematiken die fehlende Transparenz und Beteiligungsmöglichkeit wichtiger zukunftsorientierter Entscheidungen.
Was würden Sie tun, um das Vertrauen und Verständnis in die Politik und das Rathaus zurückzugewinnen?

Manuel Huff: Zunächst einmal ist die derzeitige Verwaltungsstruktur zu überarbeiten, damit die unterschiedlichen Ressorts, Bereiche und Abteilungen sowie die städtischen Gesellschaften besser verzahnt werden. Gute Arbeitsabläufe, Abbau von vorhandenen Doppelstrukturen und flachere Hierarchien sind notwendig. Für die Bürgerinnen und Bürger braucht es klare Ansprechpartner, ein Bürgerbüro in dem alle Anliegen vom Personalausweis, über den Bauantrag bis zum Behindertenausweis bearbeitet werden können, sowie den Aufbau eines guten Beschwerdemanagements, um schnellstmöglich auf Missstände reagieren zu können.

Die Öffentlichkeitsarbeit muss verstärkt werden, insbesondere im Hinblick auf Social Media und die eigene Homepage. Information der Bürgerinnen und Bürger ist in erster Linie eine Bringschuld der Verwaltung.

Im Sinne einer besseren Bürgerbeteiligung und eines ständigen Dialogs werde ich im Falle meiner Wahl regelmäßige Bürgermeistersprechstunden anbieten, und das nicht nur im Rathaus, sondern auch auf dem Wochenmarkt oder in den Ortsteilen. In einem „Haus der Demokratie“ nahe dem Stadtmuseum soll außerdem Raum geschaffen werden für regelmäßige Bürgerdialoge.

Wenn Sie Bürgermeister werden sollten, dann werden Sie auch Vorgesetzter von ca. 1800 Mitarbeitern & Mitarbeiterinnen im Iserlohner Rathaus. Welche beruflichen Erfahrungen konnten Sei bisher sammeln, auf die Sie für die Führung einer so großen Belegschaft und die Umsetzung der gesteckten Ziele für die Iserlohner Bürger*innen, zurückgreifen können?

Manuel Huff: Natürlich ist die Führung des Rathauses eine große Herausforderung für mich, wie für alle anderen Mitbewerberinnen und Mitbewerber auch. Ich arbeite jedoch seit nun knapp elf Jahren an der Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung, und kenne daher das Rathaus auch „von innen“ sehr gut, und eben deutlich besser als meine Mitbewerberinnen und Mitbewerber. Das ist ein großer Vorteil, denn eine der Hauptaufgaben des neuen Amtsinhabers wird die Neustrukturierung der Verwaltung sein. Das wird man nur bewerkstelligen können, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter merken, dass man weiß wovon man redet. Durch meine lange Ratstätigkeit konnte ich mir insbesondere auch in den Leitungspositionen Respekt erarbeiten. Das wird im Falle meiner Wahl nützlich sein, um auch als neuer Bürgermeister respektiert zu werden. 

Im Zuge des Digitalen Wandels und der Veränderung der Arbeitswelt, verändern sich auch die Arbeitsbedingungen und Aufgaben von Personal und Unternehmen. Welches Potential sehen Sie am Standort Iserlohn bzw. wie kann man aus Ihrer Sicht die Beschäftigten und die Wirtschaft in der Neuorientierung unterstützen, um die Herausforderungen zu bewältigen und somit auch die soziale Sicherung der Beschäftigten zu sichern?

Manuel Huff: Das Potenzial in Iserlohn ist groß, schon allein aufgrund der verschiedenen Bildungseinrichtungen. Als Unterstützung ist für den einzelnen Beschäftigten ein solides Umfeld wichtig, die sogenannten Soft-Skills. Wenn die Umgebung stimmt, ist es einfacher sich auf Umwälzungen des Arbeitslebens zu konzentrieren. Konkret heißt das, dass eine Alleinerziehende Mutter oder Vater sich besser den beruflichen Herausforderungen stellen kann, wenn man sich keine Sorgen über die qualifizierte Betreuung der Kinder machen muss. Das ist die Aufgabe der Kommune für solche Verhältnisse zu sorgen.
Um heimische Unternehmen und die passenden Auszubildenden zusammenzubringen ist die entsprechende Stelle im Rathaus neu zu besetzen. Davon profitieren sowohl die Unternehmen, als auch die Azubis und die Stadt Iserlohn.

Neben der Digitalisierung waren vor allem Mobilität und Klimaschutz die großen Themen vor Corona. Wie stehen Sie der E-Mobilität gegenüber und was würden Sie als Iserlohns Bürgermeister im Bereich Umwelt-Klimaschutz gern umsetzen?

Manuel Huff: Ich sehe die E-Mobilität nicht als die alleinige Lösung in der Frage der sogenannten Antriebswende. E-Mobilität ergibt insbesondere bei kleinen Fahrzeugen (Motorroller, elektrisch unterstützte Fahrräder…) und im Nahbereich Sinn. Ich halte die Wasserstoff-/Brennstoffzellentechnologie für vielversprechender und werde mich dafür einsetzen, dass Iserlohn in Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft und den Bildungseinrichtungen zur Wasserstoff-Modellkommune wird. In der Iserlohner Müllverbrennungsanlage kann relativ einfach Wasserstoff gewonnen werden. Mit diesem können in einem ersten Schritt Busse und Müllfahrzeuge klimafreundlich fahren, ohne Reichweitenprobleme wie beim Elektroantrieb zu bekommen.

Weitere Maßnahmen im Umwelt- und Klimaschutz wären ein günstigerer und besser ausgebauter öffentlicher Nahverkehr, die Pflicht zur Dachbegrünung und Photovoltaik bei Neubauten, der Ausbau erneuerbarer Energien in Iserlohn insgesamt, eine Reduzierung des Flächenverbrauchs durch weniger Zersiedelung der Landschaft und bessere Flächenausnutzung, die Förderung des Radverkehrs durch schnellere Umsetzung des Radverkehrskonzepts und eine Stärkung des lokalen Handels und der Landwirtschaft.

Wie würden Sie die Themen Familie und Freizeit angehen, um im Zuge des demographischen Wandels, auch die Familienfreundlichkeit Iserlohns zu stärken und somit den Verbleib bzw. die Ansiedlung von Bürgern zu unterstützen?

Manuel Huff: Während früher häufiger der Arbeitsort über den Wohnort entschieden hat, werden heute oft bei der Wohnortwahl die sogenannten weichen Kriterien wichtiger. Das bedeutet gute und günstige Kinderbetreuungsangebote, gut ausgestattete Schulen und tolle Freizeitmöglichkeiten sind wichtige Faktoren, wenn es um das Zuhause geht. Man muss sich doch die Frage stellen, warum selbst Führungskräfte in der Stadtverwaltung lieber in anderen Städten wohnen, als in Iserlohn. 

Moderne und zentrumsnahe Wohnangebote sind heute für viele junge Familien attraktiv, nicht mehr nur das Haus im Grünen. Eine attraktive und belebte Innenstadt mit Cafés und Restaurants, viel Grün und hoher Aufenthaltsqualität muss ein Entwicklungsziel sein, nicht der weitere Ausbau der Dörfer Iserlohns. Für Jugendliche und junge Erwachsene brauchen wir dringend Angebote wie ein Jugendcafé oder Veranstaltungsmöglichkeiten für kleine Konzerte, Poetry Slams und vieles mehr. Viele junge Menschen kehren Iserlohn nach der Schule den Rücken. Und viele Studentinnen und Studenten von UE und Fachhochschule ziehen nicht in unsere Stadt, weil zu wenig los ist. Das werde ich anpacken.

Welche weiteren Themen sind für Sie wichtig?

Manuel Huff: Wichtig ist mir der Zusammenhalt der Menschen vor Ort. Corona hat gezeigt, dass Iserlohn das kann. Wir dürfen keinen zurücklassen, und müssen insbesondere denen zusätzliche Hilfe gewähren, die Unterstützung brauchen. Mit der Abschaffung der KITA-Beiträge für kleine und mittlere Einkommen haben wir dazu schon einen wichtigen Beitrag geleistet. Wir dürfen auch in wirtschaftlich schweren Zeiten nicht bei denjenigen sparen, die unsere Hilfe brauchen.

Keinen zurücklassen gilt gleichermaßen für die Ortsteile unserer Stadt. Das heißt lebendige Dörfer und Ortskerne sind zu erhalten. Die Ortsteile müssen jedoch besser mit dem Zentrum verbunden werden, denn nur wenn Iserlohn wirklich einen urbanen Charakter entwickelt, wird die Stadt auf Dauer lebenswert sein.

Abschließend bitte ich Sie noch die angefangenen Sätze zu vollenden.

Iserlohn ist… Heimat.

Bei dem Begriff „Citymanager“ denke ich… an einen der wichtigsten Posten für lebendige Innenstädte in unserer Stadt.

Auf dem Gelände rund um den Schillerplatz sehe ich in fünf Jahren… einen Platz für Veranstaltungen mit viel Grün, einem Haus der Bürger für alle Amtsgeschäfte, eine Markthalle, die Stadtbücherei und etwas Gastronomie.

Wenn ich am 13. September nicht zum Bürgermeister gewählt werde, werde ich mich weiterhin mit voller Kraft im Stadtrat für unsere Heimatstadt einsetzen.