Gleichstellungsstelle der Stadt veröffentlicht Frauen*Stadtbuch Iserlohn 2021als Download mit virtuellem Stadtplan

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März zieht die die städtische Gleichstellungsbeauftragte Patricia da Cruz Santos eine kritische Bilanz für die Gleichstellung der Geschlechter: Die Corona-Krise hat insbesondere Frauen hart getroffen und zum Teil bestehende Missstände verschärft. Sie beruft sich dabei insbesondere auf den „UN Women Bericht 2020“: „Dieser deckt auf, dass der Lockdown ebenso einen negativen Einfluss auf die Ungleichverteilung von unbezahlter Fürsorgearbeit und Erwerbsarbeit hat. Die systemrelevante Arbeit von Pflege- und Reinigungskräften, im Einzelhandel, im Bereich Erziehung usw. wird überwiegend von Frauen unter prekären Bedingungen und zu unfairen Löhnen geleistet. Die psychischen sowie physischen Belastungen sind überdurchschnittlich hoch und es besteht ein höheres Risiko für Ansteckungen. Die Statistiken zeigen, dass es zu einer Retraditionalisierung von Geschlechterrollen kommt, da es oft die Mütter sind, die die Hauptlast der Betreuungs- und Sorgearbeit in den Familien tragen, wenn Kitas und Schulen geschlossen haben. Das führt dazu, dass Frauen häufiger ihre Arbeitszeit reduzieren oder ihre Beschäftigung zugunsten der Familie komplett aufgeben. Es ist langfristig zu erwarten, dass das negative Auswirkungen auf die  Erwerbsbiographien und die Rentenansprüche von Frauen haben wird. Folglich steigt das Armutsrisiko für Frauen. Hilfe- und Beratungsstellen verzeichnen zudem einem Anstieg von häuslicher Gewalt seit Beginn der Pandemie. Lockdown, Kontaktverbote und Existenzängste belasten Partnerschaften zusätzlich und erschweren die Lage für Opfer von Gewalt. Auch das Frauenhaus Iserlohn registrierte bereits eine verstärkte Nachfrage an Plätzen.“

Die Gleichstellung der Geschlechter sei also noch längst nicht erreicht, so das Fazit der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Patricia da Cruz Santos. Die Pandemie zeige, dass selbst da wo Gleichstellung erreicht ist, sie höchst fragil sei.
Das bedeute auch für die Gleichstellungsarbeit in Iserlohn, dass vermehrt Aufklärungs- und Beratungsarbeit geleistet werden müsse. Die Herausforderungen in Zeiten strikter Corona-Einschränkungen seien, Frauen auf neuen Wegen zu erreichen, zu motivieren, sich Hilfe und Beratung zu holen oder sich selbst zu engagieren und eigene Netzwerke auf- bzw. auszubauen.
Das aktualisierte Frauen*Stadtbuch Iserlohn und der digitale Stadtplan würden pünktlich zum Internationalen Frauentages 2021mit diesen Zielen veröffentlicht.

Das Frauen*Stadtbuch bietet eine Übersicht über die Vielzahl von Institutionen, Beratungs- und Hilfeeinrichtungen, Frauenverbänden, Gruppen und Initiativen, deren Angebote teilweise, jedoch nicht ausschließlich frauenspezifisch ausgerichtet sind.
Ein Vorteil des neuen digitalen Formates ist, dass Hilfesuchende und Interessierte  die interaktiven Inhalte über ihr Smartphone, Tablet oder Laptop bei Bedarf immer und überall aufrufen können.
Neu sind zudem die umfangreiche Linksammlung sowie der virtuelle Stadtplan. Der Stadtplan für Frauen und Mädchen ist Teil des Geoportals „Iserlohn maps“ und wurde in Zusammenarbeit mit der städtischen Abteilung Geografische Informationssysteme erstellt. Hier ist ein Großteil der im Frauen*Stadtbuch verzeichneten Angebote mit den entsprechenden Kontaktdaten und Verlinkungen lokalisiert. Damit dient er als visuelle Ergänzung.
Die Nutzerinnen bekommen dank der Kartenansicht einen schnellen Überblick sowie eine gute Orientierungshilfe: Wo befindet sich was? Welche Einrichtung liegt in der Nähe? Wie kann sie erreicht werden?

„(Stadt-)Gesellschaft ist dynamisch und folgt ständigen Entwicklungen. Das interaktive Frauen*Stadtbuch sowie der Stadtplan sollen als lebendiges Medium verstanden werden, welches flexible auf diese Veränderungen reagieren und stätig um neue Angebote wachsen soll“, so Patricia da Cruz Santos.
Falls ein Angebot für Frauen und Mädchen vermisst wird, freut sich die Gleichstellungsstelle über eine Rückmeldung (Telefon 02371 / 217-1330, E-Mail: gleichstellungsstelle@iserlohn.de. Eine gedruckte Version soll in Zukunft ebenfalls realisiert werden.

Patricia da Cruz Santos und ihre Mitarbeiterin Marina Berchem werben für das Frauen*Stadtbuch im Rahmen einer Kampagne zu mehr Gleichstellung im Alltag durch Toleranz und Selbstbestimmung.
Weitere Informationen und Beiträge zu häufigen Beratungsthemen bietet die Gleichstellungsstelle auf Facebook und Instagram und auf ihrer Homepage www.gleichstellungsstelle-iserlohn.de an. Dort sind auch das Frauen*Stadtbuch und der Stadtplan zu finden.

Quelle: Stadt Iserlohn