Iserlohn wird Modellkommune des Förderprojekts City Lab Südwestfalen

Das von Unser-Iserlohn.de und der Werbegemeinschaft Iserlohn unterstützte Projekt City Lab Südwestfalen startet ab 1. April in Iserlohn. Somit wird die Stadt Iserlohn eine der beiden Modellkommunen.

Hier die Mitteilung der Stadt Iserlohn:
Die Stadt Iserlohn hat im Rahmen des EFRE Förder- und Forschungsprojekts City Lab Südwestfalen den Zuschlag als Modellkommune erhalten und darf sich ab April dieses Jahres über die Unterstützung durch einen „Kümmerer vor Ort“ freuen. Gemeinsam mit ihm wollen das Stadtmarketing Iserlohn und die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW), konkrete Projekte umsetzen, um die Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Innenstadt als „lebendiges Zentrum“ für Einwohner, Besucher, Touristen und zuzugswillige Fachkräfte zu steigern. Dazu gehört auch die nachhaltige Unterstützung von lokalen Händlern, Dienstleistern, Handwerks- und Tourismusbetrieben.

Bereits im Herbst 2019 startete das Förderprojekt „City Lab Südwestfalen“ als Nachfolgeprojekt des „Einzelhandelslabors Südwestfalen“. Nach einem Jahr intensiver Vorbereitung und dem Angebot zahlreicher Workshops, wurde im Herbst vergangenen Jahres seitens der am Projekt beteiligten Hochschulen eine groß angelegte Befragung zur Attraktivität der fünfundzwanzig südwestfälischen Innenstädte initiiert. Hier wurden die unterschiedlichsten Interessengruppen befragt – von Kunden, über Touristen und Innenstadtakteuren bis hin zur Wirtschaftsförderung vor Ort.

So wurden auch mit breiter Resonanz von rund 700 Umfrageteilnehmern die Zentren von Iserlohn und Letmathe bewertet – mit teils sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Während die Parkmöglichkeiten im Stadtzentrum recht gut bewertet wurden, wird die atmosphärische Aufenthaltsqualität bspw. gemessen am Stadtgrün, an der Sauberkeit oder an der Qualität der Veranstaltungen hingegen als verbesserungswürdig betrachtet.

Auf Basis dieser daraus resultierenden Attraktivitätsprofile hat das Stadtmarketing schließlich einen breit gefächerten Maßnahmenkatalog mit analogen und digitalen Projekten zur Attraktivierung der Iserlohner Innenstadt erarbeitet, der gleichzeitig die Grundlage für die spätere Bewerbung im Förderprojekt bildete.

Die Chancen auf eine Auszeichnung als Modellkommune waren gering. Für ganz Südwestfalen waren seitens des Projektträgers zwei Kümmerer-Stellen ausgelobt worden. Je eine für den Kammerbezirk der IHK Arnsberg und eine für den Kammerbezirk der SIHK zu Hagen.

Seitens eines Gremiums aus den IHKs Arnsberg und Hagen, der FH Südwestfalen, des Competence Center E-Commerce (CCEC), der TU Dortmund sowie dem Fraunhofer Institut, der Gesellschaft BeeSmartCity, dem Sauerland Tourismus und dem Handelsverband Nordrhein-Westfalen / Südwestfalen wurden nun die fünfzehn eingegangenen Bewerbungen ausgewertet und die Modellkommunen ausgewählt.
Dass die Entscheidung nicht leichtgefallen ist, bestätigt der Projektkoordinator des City Labs der IHK Arnsbergs, Ingo Borowicz: „Es war ein zähes Ringen. Wir haben einige sehr gute Bewerbungen auf dem Tisch liegen gehabt, auch sehr vielschichtig von den Ansätzen her.“
Seit dem 16. März steht nun fest: Iserlohn hat sich mit seiner Bewerbung, neben Werl, als Modellkommune durchgesetzt. Doch nicht nur das. Ab April werden Stadtmarketing und GfW durch einen Kümmerer vor Ort unterstützt. „Am Ende hat der nachhaltige Ansatz Iserlohns und die Verknüpfung mit anderen digitalen Projekten den ausschlaggebenden Punkt für die Waldstadt gesetzt“, so Jutta Groß, SIHK zu Hagen.

Wer das „neue Gesicht auf Zeit“ im Team Stadtmarketing wird, steht auch schon fest. Es ist die 30-jährige Mendenerin Anja Schulte. Schulte ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FH Südwestfalen und will mit ihrem Wissen aus dem IT-Projektmanagement bzw. Stadtmarketing alles daransetzen, die Innenstadt attraktiver zu gestalten.

„Wir freuen uns, Frau Schulte ab April den örtlichen Akteuren nach und nach vorstellen zu dürfen. Sie hat nicht nur die fachliche Expertise, die durch uns definierten Projekte umzusetzen, sie kann hier sogar ihren „Heimvorteil“ ausspielen, weiß, wie sie Land und Leute zu nehmen hat“, freut sich Stadtmarketingleiter Dirk Matthiessen auf die eineinhalbjährige Verstärkung seines Teams, das gemeinsam mit anderen Fachabteilungen der Verwaltung viel Zeit und Muße in die Bewerbung gesteckt hat.

Auch Anja Schulte blickt mit Vorfreude auf Ihre Station in Iserlohn und die hier auf sie wartenden Herausforderungen: „Es wird eine spannende Zeit. Gerade jetzt, wo die Innenstädte seit einem Jahr nahezu brach liegen. Wir werden zeitnah gemeinsam einen Fahr- und Finanzierungsplan für das umfangreiche Iserlohner Maßnahmenpaket aufsetzen und dann bereits ab dem Frühjahr mit den ersten Projekten starten.“

„Wir setzen dabei auf eine Mischung aus Aktionen mit einerseits schon kurzfristig sichtbaren Ergebnissen und andererseits mittelfristig umsetzbaren, besonders nachhaltigen Projekten. Was genau wann und wie umgesetzt werden soll und kann, beraten wir gerade. Letztlich ist vieles auch eine Frage der Finanzierung und der Abstimmung mit anderen, bereits angelaufenen, ähnlich gelagerten Initiativen“, ergänzt Simone Korte vom Stadtmarketing.

Schultes Aufgabe wird es vordergründig sein, die Projektarbeit zu koordinieren. Zudem will sie eine bessere Vernetzung der verschiedenen Akteure untereinander schaffen, um diese aktiv mit in die Projekte einzubinden. Als Schnittstelle zwischen Modellkommune und Hochschule wird das Projekt so auf mehrere Säulen verteilt. Unterstützung erhält Schulte bei allen Aufgaben nicht nur durch die örtlichen Partner in Form des Stadtmarketings und der GfW, sondern auch durch drei weitere wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Hintergrund. Diese sind für die Begleitforschung, Recherchen, Konzeptarbeiten sowie die Planung und Durchführung von Qualifizierungsworkshops verantwortlich.

Unterstützung wünscht sich das Iserlohner City Lab-Team aber auch von den heimischen Innenstadtakteuren. „Wir hoffen sehr, dass die örtlichen Akteure mit genau so viel Begeisterung wie Frau Schulte und wir an die geplanten Aktionen herangehen und diese mittragen. Nur so können all die kleineren und größeren sowohl analogen als auch digitalen Maßnahmen später auch zum sichtbaren Erfolg für die Zentrenbesucher werden und die Innenstadt attraktiver als zuvor erscheinen lassen“, so Korte vom Stadtmarketing weiter.

Neben der konkreten Projektarbeit vor Ort bietet das City Lab nach wie vor attraktive Workshops für Händler, Gastronomen und Dienstleister an. Diese sind unter www.citylab-swf.de/termine/ zu finden und bilden ein breites Spektrum der Wissensvermittlung für regional tätige Akteure ab. „Da die Teilnehmerzahlen in der Regel begrenzt sind, lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die Seite, um nichts zu verpassen. Wir haben immer wieder neue, spannende Workshops im Angebot und wer einmal teilgenommen hat weiß, dass es sich lohnt, die Zeit zu investieren, um frische Ideen aufzuschnappen und einfach umsetzbare Handreichungen zu bekommen“, rät Jutta Groß von der SIHK, die den Iserlohner Händlern gerne mit Rat und Tat zur Seite steht.

Dazu gibt Simone Korte vom Stadtmarketing noch einen Ausblick auf September. „Nachdem die Veranstaltung im vergangenen Jahr Corona-bedingt ausfallen musste, freuen wir uns umso mehr, dass wir für Donnerstag, den 2. September 2021, erneut das Digital Mobil nach Iserlohn holen konnten. Unsere Iserlohner Innenstadtakteure sollten sich das Datum bereits heute schon vormerken, denn hier erhalten sie wissenswerte, zukunftsweisende Informationen und können zahlreiche digitale Technologien vor Ort ausprobieren.“

Das City Lab Südwestfalen ist ein durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und das Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Forschungsprojekt, das zwischen dem 1. Oktober 2019 und Herbst 2022 in Südwestfalen durchgeführt wird. In der zweiten Projektphase wird das City Lab nun zum Labor für Modelllösungen, sodass Erfahrungsberichte und Anleitungen zur eigenen Anwendung bereitgestellt werden und Lösungen selbstständig auf andere Innenstädte übertragen werden können – von Werl und Iserlohn hinaus nach Südwestfalen.

Projektpartner des City Labs sind die SIHK zu Hagen, die IHK Arnsberg, Hellweg-Sauerland sowie die FH Südwestfalen und die TU Dortmund sowie die 25 Partnerkommunen, darunter aus dem Märkischen Kreis u.a. Altena, Balve, Hemer, Iserlohn, Lüdenscheid, Menden, Meinerzhagen und Werdohl.

Als strategische Unterstützer fungieren der DEHOGA Westfalen, der Handelsverband NRW Südwestfalen e.V., die Handwerkskammern Dortmund, Südwestfalen sowie der Sauerland Tourismus e.V. und die Südwestfalen Agentur GmbH.

Quelle: Stadt Iserlohn