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Rabenschwarzer Abend in Krefeld | Iserlohn Roosters

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Krefeld – Dass dieser Hockeyabend eine besondere Herausforderung werden würde, war allen Beteiligten klar. Nicht nur, dass das Tapper-Team binnen 24 Stunden zum zweiten Mal in der Liga aufs Eis musste, es ging auch noch gegen den Underdog aus Krefeld, der sich nur wenige Stunden vor der Partie von seinem Trainer Clarke Donatelli getrennt hatte. Am Ende führten all diese Kleinigkeiten zu einer absolut vermeidbaren Niederlage. Punkte die wirklich weh tun, wenn sie so verloren werden.

Der Start ins Match am Tag der Krefelder Trainerentlassung war so, wie es niemals hätte kommen dürfen, aber trotzdem irgendwie kommen musste. 26 Sekunden gespielt, Konter Krefeld, Sacher legt ab auf den hinter ihm ins Drittel laufenden – und ungedeckten – Bracco. So gingen die Pinguine in Führung, hatten plötzlich Mut, Selbstbewußtsein und die eigenen Fans hinter sich gebracht. Die Roosters ihrerseits starteten 22 Stunden nach dem Erfolg gegen München mit teils schweren Beinen und zu wenig fokussiert. Daraus resultierte die Führung der Gastgeber, daraus resultierte die nächste Möglichkeit durch Laurin Braun, der nach fünf Minuten nur den Pfosten traf. Nach 20 Minuten stand es sogar 0:2 aus Roosters-Sicht, weil man in der letzten Minute vor der Pause eine Scheibe in der neutralen Zone verlor, Krefeld den nächsten Konter ansetzte und durch Niederberger traf. Zwischendurch hatten natürlich auch die Blau-Weißen Möglichkeiten, versuchten es aber immer wieder vor dem Tor durch die Mitte, die konsequent und eng von den Pinguinen abgedeckt war. Unter dem neuen Cheftrainer spielten die Pinguine die altbekannte ´Jari Pasanen-Taktik`, standen hinten eng, so dass der Gegner mit Aktionen von außen zum Torerfolg kommen musste – und genau das gelang den Roosters nicht.

Das änderte sich im Mitteldrittel. Die Roosters kamen deutlich konzentrierter aus der Kabine, mühten sich, rackerten, auch wenn es, schon aufgrund der destruktiven Spielweise des Gegners, nicht hochklassig werden konnte. Das darf allerdings keine Ausrede dafür sein, dass den Gästen lange Zeit zu wenig einfiel und man zu große Probleme mit dieser destruktiven und auf Konter lauernden Spielweise hatte. Dennoch hatten die Sauerländer nach 40 Minuten ausgeglichen. Das war der Vielzahl der abgegebenen Schüsse zu verdanken und zweier individueller Fehler des Krefelder Goalies. Oleg Shilin zeigte grandiose Saves, ließ in der 25. Minute aber auch einen Whitney-Schuss ins eigene Tor trudeln und stoppte in der 34. Minute ebenso nicht Foucaults Schuss mit der Maske. Stattdessen stieg die Scheibe in den Arena-Himmel und fiel ins Pinguine Tor. Natürlich hatten die Roosters noch weitere, auch gute Gelegenheiten, nutzten aber keine ihrer Chancen. Der Ausgleich aber war der erste wichtige Schritt und Resultat einer deutlich direkteren Spielweise gegen die Defensivtaktik der Pinguine – Marke ‚reingearbeitet‘.

Der Schlussabschnitt: Vom ersten Wechsel an mühen sich die Sauerländer Druck auf den gegnerischen Kasten zu machen. Statt des Führungstreffers aber gibt’s früh Unterzahl. Riefers muss raus, die Iserlohner überstehen die Situation ohne Gegentreffer, um kurz danach doch hinten zu liegen. Ein Schuss von Verteidiger-Neuzugang Jensen Aabo ist sehr spät für Hannibal Weitzmann zu sehen und geht durch dessen Schoner ins Tor. Ausschlaggebend Krefelds Screen vor Weitzmann – genau in der richtigen Sekunde, der dem Ex-Kölner die Sicht nahm. Trotz des erneuten Rückschlags rackerten die Roosters weiter, erhöhten den Druck und kamen knapp sieben Minuten vor dem Ende zum verdienten Ausgleich durch Alanov, der mit seinem Bauerntrick Krefelds Goalie nicht gut aussehen ließ. Sekunde um Sekunde tickte von der Uhr. Und als man gerade den Eindruck hatte, beide Mannschaften hätten sich auf das Unentschieden geeinigt, starten die Pinguine noch einmal durch, setzen den IEC unter Druck und machen 48,1 Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer zum 4:3. Letzlich war diese Szene bezeichnend für einen rabenschwarzen Abend, an dem sich phasenweise nicht wache Roosters irgendwie selbst schlugen.

Pinguine: Shilin – Sacher, Jensen; Hersley, Gläßl, Tiffels, Kulda – Lucenius, Bracco, Lessio; Blank, Weiß, Niederberger; Berlyev, Sabolic, Braun; Hauf, Volek, Rutkowski

Roosters: Weitzmann – Riefers, Buschmann; Ankert, Acolatse; Labrie, O´Connor; Rausch – Raedeke, Ziegler, Jentzsch; Adam, Whitney, Bailey; Ewanyk, Schilkey, Broda; Cornel, Foucault, Alanov

Schiedsrichter: Andre Schrader, Sean McFarlane

Tore: 1:0 (00:26) Bracco (Sacher, Lessio), 2:0 (19:30) Niederberger (Lessio, Blank), 2:1 (25:00) Whitney (Labrie), 2:2 (33:30) Foucault (Cornel), 3:2 (44:52) Jensen Aabo, 3:3 (53:26) Alanov (Labrie, Ziegler), 4:3 (59:12) Hersley (Sabolic)

Strafen: Pinguine 4 – Roosters 6

Zuschauer: 2.502

Quelle & Bildrechte: Iserlohn Roosters

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