Roosters machen es wieder spannend, behalten aber die drei Punkte

Roosters machen es wieder spannend, behalten aber die drei Punkte

Iserlohn – Dieses Match hatten die Sauerländer früher vor sich entscheiden müssen. Verdient besiegt das Team von Jason O´Leary zum zweiten Mal in dieser Woche die Kölner Haie mit 6:5 und übernimmt damit zumindest über Nacht die Tabellenführung in der Nordgruppe der Deutschen Eishockey Liga.

Fünf-gegen-Fünf fanden die Gäste den besseren Weg ins Match, gewannen mehr Zweikämpfe und wirkten gedankenschneller, den Roosters immer einen Wimpernschlag voraus. Die Führung kam deshalb wenig überraschend, als Sheppard vor Jenike stand, die Roostersdefensive schon den Spielaufbau, aber erst recht den Abschluss nicht verhindern konnte (7.). Zwar wirkten die Blau-Weißen davon wenig beeindruckt, brauchten aber noch einige Minuten, um im Match anzukommen. Das gelang, als Freddie Tiffels mit einem Stockschlag einen Fleischer-Alleingang vereitelte, dafür auf die Strafbank musste und die Roosters die anschließende Überzahl nutzen konnten. Köln gingen die Kräfte aus, Aubin stand plötzlich nach einem feinen Grenier-Pass durch den Slot frei – 1:1 (15.). Als anderthalb Minuten später Marcel Müller wegen Spielens ohne Handschuhe (neue Regel in Coronazeiten/d. Redaktion) auf der Strafbank Platz nehmen muss, treffen die Sauerländer durch Bailey zum Zweiten, sind plötzlich in Führung. Kurz vor Ende kassieren die Haie noch zwei weitere Hinausstellungen und sollten den Mittelabschnitt in doppelter Unterzahl beginnen.

Obwohl auch in dieser Phase nicht alles nach Plan und die Pässe nicht von Schläger zu Schläger kamen, erhöhten die Sauerländer auf 3:1. Aubin, im Slot stehend, brauchte die Scheibe gegen den Schoner von Pogge von wo sie abgefälscht über den Goalie flog und im Kölner Tor einschlug. Was den Roosters in der Lanxess-Arena am Montag versagt blieb, einen Vorsprung mit drei Treffern herauszuarbeiten, gelang in der 28. Spielminute. Powerplay Nummer vier, diesmal die zweite Formation auf dem Eis. Plötzlich Raymond frei, hämmert einen platzierten Schuss in Richtung Pogge und die Roosters jubeln erneut. Vierter Powerplaytreffer im vierten Überzahlspiel! Köln versuchte sich anschließend erneut aufzubäumen, war die Mannschaft bei der die Details besser funktionierten. Insgesamt aber die Roosters präsent und mit Gelegenheiten. 30. Spielminute, Angriff aufs Kölner Tor, diesmal mit fünf Feldspielern auf beiden Seiten. Jentzsch setzt sich auf halblinks durch, passt die Scheibe auf den freien Sutter, der Pogge zum fünften Mal überwindet. Dass die Sauerländer am Ende nicht ohne Strafminuten aus dem Match gehen würden, war zu erwarten. Drei Strafen in den Schlussminuten, von denen Sheppard eine zum 2:5 nutzen konnte, waren aber des Guten zuviel, zumal auch die Kölner mindestens eine hätten kassieren müssen.

Ähnlich den Haien im Mitteldrittel starteten die Waldstädter so aber mit einem Mann weniger ins Schlussdrittel. 1:48 Minuten hatten die Haie Zeit, nur 46 Sekunden brauchten sie, bis Akeson freigespielt war, schoss und Jenike zum dritten Mal hinter sich greifen musste. Anschließend das Match ausgeglichen, mit Chancen auf beiden Seiten. Spätestens als Whitney nach genialer Vorarbeit von Grenier und 6:3 traf (45.), schienen die Roosters auf die Siegerstraße abzubiegen. Ärgerlich, dass Oblinger nur 2:59 Minuten später auf 4:6 verkürzen konnte. Eine Vorentscheidung ließ weiter auf sich warten, auch weil die Haie 9:31 Minuten vor Ende durch Sheppard auf einen Treffer verkürzen. Die Roosters denken an Montag, stehen defensiv nicht mehr so sicher und verlieren ihren komfortablen Vorsprung. 1:58 vor Ende kassiert Kölns Edwards noch eine Zwei-Minuten-Strafe, Weitzmann geht nach der Hälfte vom Eis und die Roosters bringen den Vorsprung über die Zeit und gewinnen eine einmal mehr hochspannende Partie.

Die Statistik:

 

Roosters: Jenike – Johnston, Buschmann; Raymond, Ankert; Riefers, Orendorz – Sutter, Jentzsch, Aubin; Grenier, Bailey, Whitney; Raedeke, Fleischer, Friedrich; Weidner, Lautenschlager, Proske; Samanski

 

Haie: Pogge (ab 29:08 Weitzmann) – D. Tiffels, Mo. Müller; Sennhenn, Zerressen; Edwards, Ugbekilé; Gagné – Matsumoto, Akeson, Barinka; Sheppard, Ma. Müller, F. Tiffels; Zill, Dumont, Oblinger; Zalewski, Köhler, Chrobot

 

Schiedsrichter: Rantala, Hoppe

 

Tore: 0:1 (06:44) Sheppard (Ma. Müller, F. Tiffels), 1:1 (14:34) Aubin (Johnston, Whitney/5:4), 2:1 (17:06) Bailey (Johnston, Grenier/5:4), 3:1 (21:07) Aubin (Whitney, Bailey/5:4), 4:1 (27:47) Raymond (Friedrich, Radeke/5:4), 5:1 (29:08) Sutter (Jentzsch, Johnston), 5:2 (39:43) Sheppard (Akeson, Matsumoto/5:4), 5:3 (40:46) Akeson (Edwards, Matsumoto/5:4), 6:3 (44:13) Whitney (Grenier, Bailey), 6:4 (47:12) Oblinger (Dumont), 6:5 (50:29) Sheppard (Gagné, Ma. Müller)

 

Strafen: Roosters 6 – Haie 14

 

Zuschauer: 432 Papp-Fans + Icey

Quelle & Bildrechte: Iserlohn Roosters