Shutout, Kampf, großer Jubel – 4:0 gegen Wolfsburg

Iserlohn – Das letzte Nordrundenmatch zwischen den Roosters und den Grizzlys wurde zum erwarteten Krimi. Defensive stand an diesem Abend im Mittelpunkt und die Tatsache, dass die Roosters im Laufe der 40 Minuten zwar wankten, aber nicht fielen. Schlussendlich gewannen die Roosters zwar in der Höhe etwas zu deutlich aber letztlich verdient mit 4:0 gegen die Grizzlys Wolfsburg. Entscheidend waren der überragende Andy Jenike, der mit 47 Saves seinen zweiten Shutout der Saison feiern konnte, und eine kämpferisch einmal mehr tadellose Einstellung.

Pfeilschnelles Tempo-Eishockey spielten die Roosters in den ersten zwanzig Minuten. Der Forecheck mindestens so aggressiv wie gegen die Krefeld, machte die Iserlohner zur besseren Mannschaft. Von Dominanz zu sprechen, wäre sicherlich zu viel des Guten, aber der IEC hatte das Spiel weitgehend im Griff. Hundertprozentige Abschlussmomente gab es zwar auch auf Seiten der Gastgeber wenige, ausreichend Kreativität aber war da, Wolfsburgs Defensivstärke ruinierte das Feintuning. Bemerkenswert war auch das Spiel der vierten Iserlohner Sturmformation mit Friedrich, Weidner und Proske, der zwei, drei gute Ideen hatte und seine technischen Möglichkeiten aufs Eis brachte. Den einzigen Treffer des Auftaktdrittels erzielte Brent Raedeke, der nach einem Jentzsch-Pass über die Hintertorbande erkannte, dass Chet Pickard, Wolfsburgs Goalie einen Hauch zu weit vor seinem Tor stand. So spielte Raedeke ihm die Scheibe an den Rücken, von wo sie ins Tor tropfte (13.) – ein cleveres Tor der Iserlohner Nummer 9. Weitere Gelegenheiten von Weidner und Whitney brachten allerdings den Puck nicht noch einmal über die Linie. Die Grizzlys oft eingeschnürt in der eigenen Defensive hatten offensiv wenig. Mal einen Schuss von Furchner, einen von Järvinen, mehr aber war da nicht, auch deshalb weil Andy Jenike sehr gut hielt.

Doch wer hoffte, die Gastgeber würden mit Beginn des zweiten Drittels dort anknüpfen, sah sich getäuscht. 15 der 20 Minuten des Mitteldrittels gehörten den Gästen: Ungenauigkeiten im Aufbau und Abstimmungsprobleme sorgten dafür, dass die Roosters kaum mal Entlastung erzielen konnten. Dazu kamen dann fast schon folgerichtig zwei Unterzahlsituationen, die Jenike gemeinsam mit seinen bissigen Vorderleuten und der nötigen Portion Fortune meisterte. Dann durften die Roosters selbst in der 32. Minute in Überzahl ran und schafften es sich anschließend, sich zu stabilisieren, auch wenn das Kombinationsspiel mit einem Mann mehr auf dem Eis noch ein wenig hakte. So wurde die Partie wieder ein Spiel mit zwei Mannschaften, die offensive Akzente setzen. Letztlich blieb den Blau-Weißen der Ausgleich erspart. Boucher, Furchner, Bittner, alle versuchten sich, scheiterten aber am Iserlohner Schlussmann. Friedrich, Grenier und Riefers hatten bei einem der wenigen Entlastungsangriffe Möglichkeiten, die Führung zu erhöhen. Da auch diese ungenutzt blieben, ging es mit der knappsten aller Führungen in die zweite Pause.

Ein genialer Angriff der Whitney-Brüder nach vier Minuten im Schlussabschnitt sorgte für das Highlight und die XXL-Gelegenheit mit 2:0 in Führung zu gehen, denn Joes Abschluss nach Steves Zuspiel ging Zentimeter am Wolfsburger Tor vorbei (43.). Doch nicht nur dieser Augenblick, sondern das gesamte Drittel machte deutlich: Die Roosters sind zurück. Wie nicht anders zu erwarten, blieb es auch in der Folgezeit ein Spiel mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Beide Mannschaften spielten mal gut, mal fehlerbehaftet. Dann die 53. Minute. Die Sauerländer bbinden die Grizzlys auf der rechten Seite im eigenen Drittel, links ist viel Platz, Buschmann arbeitet sich vor bekommt den Schuss und trifft abgebrüht mit dem ersten Kontakt im Slot zum 2:0. Fünf Minuten vor dem Ende bringt Joe Whitney die Scheibe hinter Pickard, aber nicht über die Linie, rettet Wolfsburg in letzter Sekunde. Spannend bleibt es trotzdem. Wolfsburg riskiert alles, die Roosters antworten, 137 Sekunden vor dem Ende mit einer Traumkombination, die Joe Whitney zum 3:0 abschließt. 92 Sekunden vor dem Ende nahm Pat Cortina seinen Goalie vom Eis, hoffte auf die Chance, die aber gab es nicht. Jenike holte sich den zweiten und hochverdienten Shutout und Lowry beendete den Hockeyabend 7,6 Sekunden vor Schluss mit seinem Treffer ins leere Wolfsburger Tor.

Roosters: Jenike – Riefers, Reinhart; Raymond, Baxmann; Ankert, Buschmann – Grenier, S. Whitney, J. Whitney; Sutter, Bailey, Lowry; Jentzsch, Aubin, Raedeke; Proske, Weidner, Friedrich

 

Grizzlys: Pickard – Likens, Melchiori; Bittner, Adam; Möser, Wurm; Raabe – Järvinen, Görtz, Furchner; Festerling, Jormakka, Rech; Fauser, Boucher, Busch; Olimb, Machaczek, Hungerecker

 

Schiedsrichter: Hunnius, Schrader

 

Tore: 1:0 (12:32) Raedeke (Jentzsch, Ankert), 2:0 (52:25) Buschmann (Grenier, S. Whitney), 3:0 (57:43) Joe Whitney (Grenier, S. Whitney), 4:0 (59:52) Lowry

 

Strafminuten: Roosters 4 – Grizzlys: 4

 

Zuschauer: 556 Papp-Fans

Quelle & Bildrechte: Iserlohn Roosters