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Spieltag 1: Roosters vs. Nürnberg

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Iserlohn – Torsten Ankert ist selten angespannt.  24 Stunden vor dem Saisonstart in die neue DEL-Saison gönnt sich der erfahrene Kapitän der Sauerländer etwas Vergleichbares. „Erstmal bin ich froh, dass diese Vorbereitung um ist. Man schippert umher, gibt sein Bestes und weiß trotzdem, so richtig geht es um nichts. Das wird jetzt glücklicherweise anders. Ab heute kämpfen wir um jeden Moment auf dem Eis“, so der Erfahrenste am Seilersee. Über 750 Spiele hat er in Deutschlands höchster Liga gemacht, sein nächster Assist ist der 100. seiner beeindruckenden Karriere. Dass die vor Zuschauern eine Fortsetzung findet, motiviert ihn und alle anderen in der Kabine. „Es wird allerdings spannend werden, wie die Liga insgesamt auf die Rückkehr der Fans reagiert. Damit meine ich nicht die Freude, die wir alle haben werden, wenn die Ränge wieder gut gefüllt sind. Ich meine die Emotionen. Wenn Du als Auswärtsmannschaft im Stadion 0:1 zurückliegst und noch drei Minuten auf der Uhr stehen, dann ist es etwas anderes in einem leeren Stadion zu spielen oder 5000 Zuschauer gegen dich zu haben“, sagt Kapitän Ankert. Sein Torhüter Andy Jenike sieht das nicht grundsätzlich anders. „Wir alle erinnern und natürlich, wie es mit Zuschauern war. Das ist nicht neu. Aber es wird den ein oder anderen vielleicht unter größeren Druck, in eine größere Erwartungshaltung hineinversetzen und damit muss man erstmal klarkommen.“

Fakt ist, für die Sauerländer ist das erste Liga-Wochenende ein echtes Geschenk. Mit Heimspielen gegen Nürnberg (19:30 Uhr) und gegen den Deutschen Meister, die Eisbären Berlin am Sonntag vor eigenem Publikum antreten zu können, hat bei einem insgesamt schweren Auftaktprogramm schon einen Vorteil. „Unter Druck setzt mich das gar nicht, dass spornt uns alle eher doppelt an“, meint Ankert. Ihm war es ganz recht, dass seine Mannschaft beim letzten Vorbereitungsturnier in Dresden nicht gut ausgehen hat. „Das war vielleicht der Schlag in die Fresse zum genau richtigen Zeitpunkt.“ Brad Tapper, der Chefcoach hat denn in dieser Woche auch eine interessante Trainingswoche erlebt: „Die Jungs haben in den letzten Einheiten wirklich Gas gegeben, waren sehr konzentriert.“ Man könnte also meinen, die Jungs hätten etwas zu beweisen gehabt. Was das heutige Spiel anbelangt, will sich Tapper keine Details entlocken lassen. Die Aufstellung bleibt sein Geheimnis, fest steht nur, dass Andy Jenike zwischen den Pfosten stehen wird. „Ich weiß nicht, ob das Vorbereitungsspiel am vergangenen Freitag uns heute hilft. Ich denke, dass beide Mannschaften beim Halbfinale in Dresden nicht alles offenbart haben. Deshalb wird abzuwarten bleiben, was uns wirklich erwartet“, so Jenike.

Ziel bleiben die Playoffs, der Abstieg ist kein Thema. Und um den nicht zum Thema werden zu lassen, brauchen die Roosters einen möglichst guten Start. Wenn der gelingt, dann dürfte die Saison einen positiven Verlauf nehmen. Darauf hoffen auch die Fans. Die werden am Seilersee heute Abend ausverkaufte Stehplätze vorfinden, ein paar Sitzplätze gibt es Stand Freitagmorgen noch. Und sie sollten sich daran gewöhnen, dass manches von dem, was auf dem Eis passiert, anders gepfiffen wird, als in der Vergangenheit. Faustkämpfe führen zu Fünf-Minuten-Strafen, Torhüter dürfen nicht mehr überall im eigenen Drittel die Scheibe spielen und Tore können auch nach dem Abpfiff durch den Unparteiischen gültig sein. Grund dafür ist das neue Regelbuch des Eishockeyweltverbandes. Das lehnt sich an die Regeln der NHL an und ist Gewöhnungssache. Fakt ist, dass die Unparteiischen deutlich mehr Spielraum bei der Strafauslegung haben werden, die Spieler sich an 150 neue Regeln halten müssen. Ob das klappt? In der Vorbereitung gab es wenig Überraschendes. Fakt aber dürfte sein, heute sind auch die Unparteiischen nicht ohne Anspannung unterwegs.

Personell werden die Sauerländer auf Brent Aubin verzichten müssen. Sein Einbürgerungsverfahren geht die normalen bürokratischen Wege, dessen Abschluss lässt aber zunächst auf sich warten. Fakt ist, dass der Stürmer alle Voraussetzungen für die Einbürgerung erfüllt und dass man bei den Roosters zeitnah mit einer positiven Nachricht aus dem Rathaus rechnet. Im Gegensatz zu Aubin wird Yannick Proske in dieser Saison nicht für die Sauerländer auflaufen: Wenn alles gut geht, sitzt der junge Stürmer im Flieger Richtung Übersee, während seine Teamkollegen gegen Nürnberg um die ersten Saisonpunkte kämpfen. Ansonsten sind alle Spieler fit und heiß wie Frittenfett darauf, in die Saison zu starten.

Quelle & Bildrechte: Iserlohn Roosters

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