Spieltag 12: Roosters vs. Bremerhaven

Rumreden lohnt nicht: Die Serie ist gerissen. Nach einem bemerkenswerten Start sind die Iserlohn Roosters nach zuletzt drei Niederlagen in Folge auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Das nach dem Match in der Hauptstadt bei einem der Topteams der Liga so deutlich zu sagen, ist gewagt, denn natürlich kann man gegen die Eisbären verlieren, insebsondere weil die Hauptstädter in dieser Saison noch nicht einen Punkt in der heimischen Halle abgegeben haben. „Aber die Art und Weise ärgert uns, wir haben es den Eisbären zu einfach gemacht“, sagt Stürmer Marko Friedrich und bringt das auf den Punkt, was alle gesehen haben. Die Roosters schafften es nicht, über 60 Minuten konzentriert und konstant Eishockey zu spielen. In Berlin ließ man sich nach der diskussionswürdigen Rücknahme des 3:1 durch Casey Bailey im ersten Drittel aus dem Konzept bringen. „Wir verlieren nach dieser Entscheidung den Kopf und unseren Einfluss auf die Partie“, sagt Cheftrainer Jason O´Leary.

Auch eine 3:1-Führung wäre keine Garantie für einen Sieg gewesen, und doch war diese Szene rückblickend der Moment, in dem das Spiel kippte. „Der Schwung war weg, aber wir haben auch andere Dinge aus unserem Gameplan nicht mehr so umgesetzt, wie wir es besprochen hatten“, ergänzt O´Leary. Die Frage, warum sich eine ohne Frage talentierte Mannschaft wie die Sauerländer von einem derartigen Rückschlag so aus dem Konzept bringen lässt, beschäftigt die Aktiven im Hinblick auf die kommende Partie gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven – dem Spitzenreiter der Gruppe Nord. „Vielleicht hatten wir unseren Kopf zu hoch und dann ist der Fall immer tief“, beschreibt O´Leary seine Eindrücke. Denn seine Schützlinge konnten in Berlin nicht nur mithalten sondern waren phasenweise sogar das besser Team – und verloren im zweiten Drittel trotzdem komplett den Faden. Dazu kommt eine nicht zu jedem Zeitpunkt sattelfeste Defensive und zu viel Zeit auf der Strafbank – im Großen und Ganzen eine Frage der Konzentration und Einstellung. Dass die Sauerländer diese Aspekte konsequent aufs Eis bringen können, hat der starke Saisonstart gezeigt. Und dieses Selbstverständnis will man schnellstens wiederfinden, um dann auch bei Rückschlägen stabiler agieren zu können.

Denn noch ist nichts passiert: Die Roosters stehen als Tabellenvierter auf einem Playoff-Platz und können zwei der kommenden drei Partien zuhause absolvieren – vor allem gegen die Nordlichter (erstes Bully um 19:30 Uhr) lief es da in der Vergangenheit bestens: Sechs Siege holten die Roosters in bisher neun Heimspielen gegen Bremerhaven, in der vergangenen Spielzeit konnten beide Heimspiele am Seilersee gegen das Team von Trainer Thomas Popiesch gewonnen werden. Ob der angeschlagene Philip Riefers wieder mit von der Partie sein wird, ist offen. Sollte der Verteidiger spielen können, wird einmal mehr ein gesunder Spieler auf die Tribüne müssen. Im Tor steht Janick Schwendener, der den zuletzt im Übermaß geforderten Andy Jenike ersetzt.

Quelle & Bildrechte: Iserlohn Roosters