Spieltag 14: Roosters vs. Köln

Inklusive Vorbereitung haben die Iserlohn Roosters in der Spielzeit 2020/2021 16 Spiele bestritten – vier davon gegen die Kölner Haie. Heute ab 20:30 Uhr folgt Nummer fünf in der Eissporthalle am Seilersee und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sich beide Teams bestens kennen. Insbesondere die beiden Begegnungen in der PENNY DEL hatten es in sich und machten noch einmal besonders deutlich, wie sehr die Fans in dieser Geisterspielsaison eigentlich fehlen. Nicht auszudenken, was bei einem Sieg im Penaltyschießen in der Kölner Lanxess-Arena oder einem 6:5-Heimerfolg am Seilersee vor ausverkauftem Haus los gewesen wäre.

„Die beiden Teams kennen sich natürlich schon ganz gut, aber trotzdem ist jedes Spiel anders“, weiß Roosters-Coach Jason O’Leary. Sein Team tue gut daran, auf sich und insbesondere auf die Gründe für die Leistungssteigerung beim vergangenen 7:3-Auswärtserfolg in Krefeld zu schauen: „Wir haben im ersten Drittel nicht schlecht gespielt, hatten eigentlich auch Kontrolle – aber wir wollten immer etwas Besonderes machen und haben nicht einfach und gradlinig gespielt. Das hat Krefeld geschickt ausgenutzt“, erinnert sich O’Leary. Nach einem 0:2-Rückstand läutete der Anschlusstreffer fünf Sekunden vor der ersten Pausensirene durch Brody Sutter den Beginn einer furiosen Aufholjagd ein. Nicht ganz zufällig war es auch Sutter, der mit einer feinen Einzelleistung den Ausgleich besorgte und damit sinnbildlich für das verbesserte Secondary Scoring der Roosters an diesem Abend stand. Dass mit Marko Friedrich dann ein Stürmer, der bislang ein wenig glücklos agierte, mit einem eiskalten Schuss sein erstes Saisontor und gleichzeitig die Führung erzielte, passt in dieses Bild. „Ich war in den letzten Spielen sehr verkrampft, nachdem ich jetzt ein Jahr raus war. Für den Kopf war das Tor extrem wichtig, um jetzt hoffentlich in Schwung zu kommen“, sagt Friedrich. Für seinen Coach sind die Tore ohnehin zweitrangig. „Wir sollten schauen, dass die Arbeitsleistung und Einstellung passt – und das konstant. Danach beurteile ich die Spieler“, erklärt O’Leary.

Konstanz ist ohnehin das Zauberwort am Seilersee, denn die geht den Sauerländern im Saisonverlauf und auch innerhalb der einzelnen Spiele bisweilen ab. „Wir haben Qualität im Kader, aber wenn wir nur ein kleines bisschen davon abweichen, dass Jeder seinen Job macht, gibt es Probleme. Das Problem ist, dass man von Niemandem immer eine perfekte Leistung erwarten kann. Wenn man ein Mittel dafür in Flaschen abfüllen und verkaufen könnte, wäre man der reichste Mensch der Welt. Wir spielen in der DEL und da kann Dir jedes Team jederzeit gefährlich werden, insbesondere in dieser Saison mit diesem Modus“, sagt der Coach.

Um seine Worte zu belegen reicht ein Blick auf die Tabelle: Auf den Plätzen 1-6 stehen jeweils zwei Teams punktgleich in der Tabelle, nach der Hälfte der Spiele in der Nordrunde trennen Platz 1 und 6 lediglich zehn Punkte – bei drei Punkten, die pro Spiel zu vergeben sind, wahrlich kein komfortables Polster. Und dennoch könnten die Roosters den Rivalen aus Köln heute auf acht Punkte distanzieren. Es wäre zumindest schonmal eine Duftmarke in einer Saison, bei der es ohnehin keine Normalität gibt. Vielleicht abgesehen davon, dass Jason O’Leary von seinen Schützlingen, zu denen am heutigen Abend auch wieder Alex Grenier zählen wird, maximale Arbeitsleistung und Einstellung fordert.

Quelle & Bildrechte: Iserlohn Roosters