Spieltag 16: Roosters @ Wolfsburg

Iserlohn – Die Meldung, dass Headcoach Jason O’Leary und die Iserlohn Roosters ihre Zusammenarbeit nach der Saison nicht fortsetzen werden, sorgte im bisherigen Wochenverlauf für einige Aufregung rund um den Seilersee. Auch wenn der Vergleich mit einem Wirbelsturm reichlich übertrieben ist – eine Parallele gibt es: Mitten in der ganzen Aufregung ist es um die Beteiligten recht ruhig. „Wir kennen das alle, mal entscheidet sich ein Trainer für einen anderen Verein, mal ein Spieler. Mal erfährt man das im November, mal im Februar. So ist einfach das Geschäft“, erklärt Roosters-Kapitän Torsten Ankert, warum man sich von derartigen Meldungen nicht wirklich aus der Ruhe bringen lässt. Und wer wenn nicht der erfahrene Kapitän kann das besser einschätzen – der Routinier hat eben auch schon echte Wirbelstürme miterlebt.

So war denn auch die Trainingswoche wie gehabt von großer Professionalität geprägt. „Jason macht seinen Job mit der gleichen Intensität, mit dem gleichen Elan und mit den gleichen Überzeugungen, wie in der vergangenen Woche oder in der Woche davor. Da hat sich auch in den letzten Tagen nichts verändert, warum auch. Sicherlich ist das im Umfeld Thema, aber wir tun gut daran, wenn wir uns darauf fokussieren, unser Spiel Tag für Tag zu verbessern“, ergänzt Torhüter Andy Jenike. Der Fokus liegt also wenig überraschend auf den sportlichen Herausforderungen – und da wartet am Donnerstag eine, die aus vielerlei Hinsicht ordentlich Brisanz verspricht: Wenn am Donnerstag um 18:30 Uhr der Puck in der Wolfsburger EisArena fällt, spielen die Roosters mit den Grizzlys aus der Autostadt gegen das Team der Stunde: Fünf Siege in Folge haben die Niedersachen jetzt eingefahren, zuletzt auswärts in Krefeld und Düsseldorf gewonnen. Während die Konkurrenz in der Gruppe Nord durch die Vorverlegung eines Spieltags derzeit ein Mammutprogramm abspult, haben die Roosters viel Trainings- und wenig Spielzeit. „Wir haben die Intensität im Training hochgefahren und wollen in Wolfsburg die frischere Mannschaft sein“, sagt Stürmer Marko Friedrich, der nach der Heimniederlage gegen Berlin am vergangenen Freitag anmerkte, dass man genau das eben nicht gewesen sei. Ist die lange Zeit zur Spielvorbereitung also Fluch und Segen zugleich? Auf der einen Seite fehlt der Rhythmus, auf der anderen kann man sich intensiv auf den nächsten Gegner vorbereiten. Doch wie viel Vorbereitung ist zu viel Vorbereitung? Die Wahrheit liegt wie immer im Leben irgendwo in der Mitte beziehungsweise in der kleinen Hartgummischeibe auf dem Eis. „Wir haben zuletzt vor dem eigenen Tor zu inkonsequent agiert und in der offensiven Zone ein wenig Körperlichkeit vermissen lassen“, analysiert O’Leary die letzten Spiele. Speziell letzteren Aspekt sollte man gegen die Grizzlys unbedingt aufs Eis bringen, denn das Team von Coach Pat Cortina spielt mit einem großen Fokus auf die Defensive. Das ist nicht immer schön anzusehen, aber eben zuletzt äußerst erfolgreich. „Es wird ein Match in dem es definitiv auf die Kleinigkeiten ankommt. Wir dürfen unsere Defensive zu keinem Zeitpunkt vernachlässigen, ansonsten wird es schwierig. Wolfsburg ist konterstark und hat sich im Hinblick auf die Special Teams deutlich gesteigert. Auch darauf müssen wir achten“, sagt Andy Jenike.

Fehlen werden neben Ryan O´Connor auch Jake Weidner (persönliche Gründe) und Mike Hoeffel. Neuzugang Griffin Reinhart hat die Quarantäne hinter sich gebracht und dürfte theoretisch einsetzbar sein „Er hat einmal auf dem Eis gestanden, streng isoliert vom Rest der Mannschaft. Ich gehe davon aus, dass er bereit ist, zu spielen, ob wir ihn einsetzen, ist offen“, betont O´Leary. Davon hängt aber auch der Rest der Aufstellung ab. Über solche Details lässt sich O´Leary bekanntlich ungern etwas entlocken, also irgendwie doch eine ganz normale Woche am Seilersee.

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