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Strafzeiten prägen 2:3 n.V. in Köln

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Köln – Diese Niederlage war vermeidbar. Schwächelnde Offensivpower und zu viele Strafminuten sind der Grund dafür, dass die Iserlohn Roosters ihr drittes Match unter dem neuen Coach Brad Tapper bei den Kölner Haien mit 2:3 nach Verlängerung verlieren.

Zwanzig Minuten waren in Köln gespielt, die Roosters fühlten sich nach dem ersten Drittel nicht nur als bessere Mannschaft, sie waren es auch. Trotzdem lag das Team vom Seilersee am Ende mit 0:2 hinten. Aber der Reihe nach: Der Start ins Match gelang gut: Agressives Forechecking, Kölner Scheibenverluste und zwei hervorragende Gelegenheiten durch Lowry und Sutter – da waren noch keine 90 Sekunden gespielt. Dann aber kassiert Raymond eine Strafe wegen Haltens, Moritz Müller bekommt im Powerplay den Schuss von der blauen Linie, Ferraro fälscht ab – 0:1 (4.). 1:16 Minute später, Schuss Zerressen vom Außenrand linker Bullykreis, Jenike fehlt die optimale Sicht, plötzlich führen ersatzgeschwächte Haie 2:0 und haben genau das Selbstvertrauen, was man ihnen eigentlich nicht geben wollte. So wird die Arbeit für die Sauerländer schwer. Zwar haben sie öfter und länger die Scheibe, haben mehr Abschlüsse. Trotzdem gehen die Haie mit der Führung vom Eis, weil Hannibal Weitzmann, der Kölner Goalie sie im Spiel gehalten hat. „Wir hatten zwar mehr Schüsse, haben es aber nicht geschafft, genug Scheiben zwingend aufs Tor zu bringen“, analysierte Christian Hommel, sportlicher Leiter der Iserlohner nach der Partie.

Die sollte sich gleich zu Beginn des Mittelabschnitts verändern. Scheibenverlust Haie in der Zone der Sauerländer, Ankert spielt die Scheibe mit viel Übersicht zu Whitney, der gleich durchgestartet war. Dann folgt ein Zauberpass durch die eigenen Beine, gespielt auf Grenier der in der Mitte mitgelaufen war und Weitzmann keine Chance lässt. Erst 53 Sekunden waren da gespielt. Anschließend verpassen die Roosters ihre Chance, in Überzahl zum Ausgleich zu kommen, weil Witzmann inzwischen richtig heiß gelaufen ist. Insgesamt bleibt das Team vom Seilersee in der ersten Spielhälfte die präsentere Mannschaft mit den besseren Chancen vor dem gegnerischen Tor. Doch dann rückte das Thema Unterzahl nach und nach weiter in den Fokus: Von der 34. bis zur 39. Minute verbrachte man ohne Unterbrechung das Spiel mit einem Mann weniger auf dem Eis. Zwar kassierten die Gäste keinen Gegentreffer, doch vom Ausgleich war man in dieser Phase natürlich weit entfernt. Hommel dazu: „Wenn wir lange in Unterzahl spielen, raubt uns das Kraft und wir können nicht mit unseren vier Reihen agieren.“ Letztlich spielte das Tapper-Team weiterhin unter den eigenen Möglichkeiten.

Veränderung suchte man auch im Schlussdrittel zunächst vergeblich: Die Roosters wollten den schnellen Ausgleich erzwingen, doch Köln stemmte sich dagegen und zwangen den Gegner, kompliziert zu spielen. Aus jeder sich bietenden Situation versuchten die Haie, die Angriffsbemühungen zu unterbinden, um Scheibe für Scheibe über die blaue Linie zu bringen. Die Sauerländer mussten so immer wieder aus dem eigenen Drittel aufbauen und das kostete Kraft. Dann aber der entscheidende Moment in der 56. Minute. Wegen eines hohen Stocks gegen Brody Sutter muss Luca Dumont vom Eis, für vier Minuten. 2:05 Sekunden Powerplayzeit brauchen die Roosters, bis die Scheibe an Weitzmann vorbei ins Kölner Tor geht. Der Ausgleich erzielt von Lowry ist verdient, fällt mit 6:4-Feldspielern, weil Tapper, drei Minuten vor dem Ende auch Jenike gezogen hatte. Doch die Partie war damit nicht in der Overtime angelangt. Eine weitere Strafe bringt die Iserlohner 43,5 Sekunden vor dem Ende wieder in Unterzahl. Sicherlich müssen sich die Roosters vorwerfen, in diesen Situationen, die zur Unterzahl führten, nicht clever genug gewesen zu sein, aber „unnötige Härte“ gegen Taro Jentzsch hatte weder ein Papp- noch ein echter Fan gesehen. Akeson hat dann noch eine gute Gelegenheit, Jenike aber hält und sichert seiner Mannschaft schon mal einen wichtigen Punkt. Auch die Unterzahlsekunden in der Verlängerung bringen die Sauerländer von der Uhr. Anschließend bestimmen die Gäste die Overtime und haben die besseren Chancen – ein potenzielles Beinstellen gegen Raedeke wird dann nicht geahndet. Den Schlusspunkt setzte dann zunächst Weitzmann, der noch einmal überragend hielt, dann trifft Sheppard zum Kölner Sieg mit einem Rückhandschuss ins lange Eck des Iserlohner Tors. „So wie das Spiel gelaufen ist, können wir froh über diesen Punkt sein. Aber insgesamt haben wir heute Punkte liegen gelassen“, brachte es Roosters-Kapitän Torsten Ankert nach der Partie auf den Punkt.

 

Haie: Weitzmann – Gagné, Ugbekilé; D. Tiffels, Mo. Müller; Sennhenn, Zerressen – Sill, Ferraro, Dumont; Matsumoto, Ma. Müller, Barinka; Sheppart, Akeson, F. Tiffels; Zalewski, Köhler

 

Roosters: Jenike – Ankert, Reinhart; O´Connor, Baxmann; Riefers, Raymond; Buschmann – Grenier, Bailey, Whitney; Jentzsch, Weidner, Raedeke; Fleischer, Proske, Lautenschlager; Sutter, Aubin, Lowry

 

Schiedsrichter: Hunnius, Iwert

 

Tore: 1:0 (03:16) Ferraro (Mo. Müller, Zalewski/5:4), 2:0 (04:32) Zerressen (Barinka, Matsumoto), 2:1 (20:53) Grenier (Whitney, Ankert), 2:2 (57:23) Lowry (O´Connor, Whitney/6:4), 3:2 (63:53) Sheppard (Gagné, F. Tiffels)

 

Strafen: Haie 16 – Roosters 20

 

Zuschauer: 0

Quelle & Bildrechte: Iserlohn Roosters

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